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Rückenwind fürs Großprojekt

Saarbrücken. "Sie sollten dieses große Pfand nicht verspielen und die Chance nutzen, zurück an die Saar zu kommen". So lautet das Fazit von Claudia E. Leiße, der verkehrspolitischen Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Duisburger Stadtrat, zum Projekt Stadtmitte am Fluss. Sie referierte beim Grünen-Hearing im Festsaal des Rathauses Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Saarbrücken. "Sie sollten dieses große Pfand nicht verspielen und die Chance nutzen, zurück an die Saar zu kommen". So lautet das Fazit von Claudia E. Leiße, der verkehrspolitischen Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Duisburger Stadtrat, zum Projekt Stadtmitte am Fluss. Sie referierte beim Grünen-Hearing im Festsaal des Rathauses. Zwischen Duisburg und Saarbrücken gebe es einige Parallelen. "Wie Saarbrücken ist Duisburg aus vielen Zentren zusammengewachsen", sagte Leiße. Und: Die nordrhein-westfälische Stadt mit dem größten europäischen Binnenhafen hat wie die saarländische Landeshauptstadt die Nähe zum Wasser als touristischen Anziehungspunkt entdeckt. In Duisburg hat mit dem Projekt Innenhafen alles bereits vor 18 Jahren begonnen, mittlerweile wurde es durch viele weitere Projekte, die jetzt mit dem Rheinpark einen "Grünen Ring" haben, fortgesetzt. Die Saarbrücker Grünen wollten nach Leißes Referat bei einer Podiumsdiskussion erörtern, ob das Projekt Stadtmitte am Fluss eine Verkehrswende einläuten könne. Von seinem Kollegen Guido Vogel aus der Grünen-Stadtratsfraktion wollte Moderator Thomas Brück zum Beispiel wissen: "Bringt uns das Projekt weniger motorisierten Individualverkehr und mehr Mix?" Vogel fürchtet: "Das Land setzt klar auf das Auto." Er begründet das, indem er auf die veröffentlichten Pläne zum Tunnel verweist: "Die Entflechtung der Auf- und Abfahrten bedeutet mehr Verkehr an den Tunnelmündern, das wiederum belastet die Innenstadt." Michael Genth, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe, wünscht sich zwar mehr Radfahrer in der Innenstadt: "Bei ihnen gibt es das größte Wachstumspotenzial für den Handel." Genth fordert aber auch eine autofreundliche City: "Wir Geschäftsleute in der Innenstadt leben nur zum Teil von den Menschen, die in der Stadt wohnen. Die Franzosen werden nicht ohne Autos zu uns kommen, und wir wollen nun einmal Einkaufsstadt der Großregion sein." Er wünscht sich mehr Flexibilität von den Verkehrsbetrieben. Etwa ein Jobticket für kleinere Unternehmen.