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Rotkreuzler brauchen Verstärkung

Sanitätsdienste sind ein wichtiger Baustein der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes. Im Bild: Kreisbereitschaftsleiter Andreas Kokalidis (Mi.) mit Thomas Wittmann und Christine Bas. Foto: Becker&Bredel
Sanitätsdienste sind ein wichtiger Baustein der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes. Im Bild: Kreisbereitschaftsleiter Andreas Kokalidis (Mi.) mit Thomas Wittmann und Christine Bas. Foto: Becker&Bredel
Saarbrücken. Ob Festival, Volksfest, großer Mittelalter-Markt oder Fußball-Spektakel: Ohne Sanitäter geht bei Großveranstaltungen nichts. Sie sind für medizinische Notfälle da und je nach Art und Größe der Veranstaltung sogar vorgeschrieben. Während allerdings die Sicherheitsanforderungen für Veranstalter immer strenger werden, kämpfen die Helfer mit Nachwuchssorgen Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel

Saarbrücken. Ob Festival, Volksfest, großer Mittelalter-Markt oder Fußball-Spektakel: Ohne Sanitäter geht bei Großveranstaltungen nichts. Sie sind für medizinische Notfälle da und je nach Art und Größe der Veranstaltung sogar vorgeschrieben. Während allerdings die Sicherheitsanforderungen für Veranstalter immer strenger werden, kämpfen die Helfer mit Nachwuchssorgen.Andreas Kokalidis, Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Saarbrücken: "Wir hatten 2012 allein in Congress- und Saarlandhalle 170 Veranstaltungen zu betreuen. Hinzu kommen noch mal so viele an anderen Orten."


Dafür setzt das Rote Kreuz ausschließlich Ehrenamtliche aus den 38 DRK-Ortsvereinen im Regionalverband ein. "Allein die Helfer aus Gersweiler-Ottenhausen waren 5000 Stunden im Einsatz, und es gibt eine Reihe weiterer Ortsgruppen mit vergleichbarer Bilanz", sagt Kokalidis. Noch könne das Rote Kreuz das leisten. Aber auf lange Sicht sehe es schwieriger aus. "Viele Veranstalter wollen Sanitätskräfte, auch wenn die gar nicht vorgeschrieben sind. Das steigert die Zahl der Einsätze. Andererseits haben alle Hilfsorganisationen Nachwuchsprobleme wegen sinkender Geburtenzahlen und des geänderten Freizeitverhaltens", sagt Kokalidis.

Zudem müssten die Freiwilligen eine immer anspruchsvollere Ausbildung meistern. "Bevor sie Dienst machen dürfen, müssen sie dafür viel Zeit aufbringen. Das wollen wir nicht reduzieren, aber wir müssen die Ehrenamtlichen motivieren, dies auf sich zu nehmen."

Dass auch in Saarbrücken der Trend ganz eindeutig zu mehr Sicherheit geht, lasse sich aus verschärften Anforderungen für Großveranstaltungen ablesen. Ein Beispiel sei der Burbacher Rosenmontagszug. Mehr Personal, zusätzliche Notärzte und deutlich mehr Fahrzeuge würden verlangt, damit es den Zug überhaupt geben darf. Das DRK gewährleiste das. Beim Halberg Open Air, im Ludwigspark, beim Rocco del Schlacko, beim Saar-Spektakel und großen Fastnachtsveranstaltungen oder Stadtfesten seien Kräfte aus dem gesamten Regionalverband, teils sogar aus anderen Landkreisen notwendig. "Oft kooperieren wir mit dem Malteser Hilfsdienst, was sich bewährt hat", sagt Kokalidis. Das Rote Kreuz richtet 2013 zum 150-jährigen Bestehen ein großes Helferfest aus. Zur Nachwuchssuche setze das Rote Kreuz auf 15 Jugendrotkreuz- und die Schulsanitätergruppen. Ein Selbstläufer sei das Ehrenamt in Hilfsorganisationen aber nicht mehr.