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Roller-Tuning kann teuer und gefährlich werden

St. Ingbert. Drossel raus, neuer Motor rein und schon fährt ein Motorroller, der eigentlich eine Maximalgeschwindigkeit von Tempo 25 bis 30 aufbringen sollte, mit Leichtigkeit Tempo 50 oder in vielen Fällen sogar noch schneller. In Sachen "tunen" und "frisieren" ihrer motorisierten Zweirädern kennen sich die 15- bis 17-Jährigen heutzutage nur zu gut aus

St. Ingbert. Drossel raus, neuer Motor rein und schon fährt ein Motorroller, der eigentlich eine Maximalgeschwindigkeit von Tempo 25 bis 30 aufbringen sollte, mit Leichtigkeit Tempo 50 oder in vielen Fällen sogar noch schneller. In Sachen "tunen" und "frisieren" ihrer motorisierten Zweirädern kennen sich die 15- bis 17-Jährigen heutzutage nur zu gut aus. Wenn es aber um die Gefahren und Folgen solcher gesetzlichen Vergehen geht, fehlt den meisten Jugendlichen jegliches Wissen. Aus diesem Grund besuchten in dieser Woche Peter Kopp, Stefan Nisius und Ralf Hermann von der Polizei in St. Ingbert und ihr Kollege Klaus Kochens aus Bexbach die Albertus-Magnus-Schulen, um über Straftaten aufzuklären, von denen manche Rollerfahrer noch nicht einmal wissen, dass es sie überhaupt gibt.


Die Schüler waren erstaunt, als die vier Polizeibeamten ihnen die Verkehrsunfallstatistik der vergangen Jahre zeigten. Allein im Jahr 2007 wurden 93 schwere Unfälle mit Personenschäden nur durch 15- bis 17-jährige Rollerfahrer verursacht, die damit jedes Jahr die Liste anführen. Der Grund dafür: fehlende Erfahrungen der Jugendlichen mit den erhöhten Geschwindigkeiten ihrer "aufgemotzten" Roller. Jedoch ziehen nicht nur Unfälle strafrechtliche, führerscheinrechtliche und finanzielle Folgen nach sich. Auch wenn bei einer alltäglichen Verkehrskontrolle eine Leistungssteigerung des Rollers erkannt wird, können teilweise Kosten bis zu 400 Euro entstehen. Um sowohl gesundheitliche Schäden, als auch unnötige Strafen für Jugendliche in Zukunft zu vermeiden, berichteten die Polizisten, die sich selbst regelmäßig auf Seminaren und im Internet technisch auf den neusten Stand bringen, über Toleranzbereiche, entstehende Kosten, Pflichten und jegliche Ordnungswidrigkeit - mit dem Ziel und der Hoffnung, bei den Schülern auf Gehör zu stoßen.

Nach dem theoretischen Teil der Informationsveranstaltung, wurden schließlich die von den Schülern geführten Zweiräder von den Ordnungshütern auf dem Schulhof in Augenschein genommen - vorerst natürlich ganz ohne Sanktionen. kre