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Roland Klingler holt Silber bei der Winterwurf-EM in Ancona

Blieskastel. Roland Klinger ist ein Allround-Sportler, der als Volleyballer beim TV Webenheim begann. Danach absolvierte er die Kurzstrecken als Leichtathlet, wechselte mit 20 Jahren zum Zehnkampf und legte sich, nach einer familiären Pause, mit 45 Jahren noch mal so richtig in die Wurfdisziplinen mit dem Diskus als Lieblingsgerät

Blieskastel. Roland Klinger ist ein Allround-Sportler, der als Volleyballer beim TV Webenheim begann. Danach absolvierte er die Kurzstrecken als Leichtathlet, wechselte mit 20 Jahren zum Zehnkampf und legte sich, nach einer familiären Pause, mit 45 Jahren noch mal so richtig in die Wurfdisziplinen mit dem Diskus als Lieblingsgerät. Über 60 Mal stand er auf dem Siegertreppchen, davon 30 Mal als Saarlandmeister und mehrere Male als deutscher Meister der Senioren. Letzter Erfolg war der zweite Platz bei den Winterwurf-Europameisterschaften der Senioren im italienischen Ancona.


Vor der Reise nach Italien steigerte der 62-Jährige bei seiner ersten Teilnahme an den Diskorama-Welttitelkämpfen in Mutterstadt mal schnell die bisherige Weltbestleistung von 96,85 Metern auf 114,95 Meter. "Dieser Wettbewerb ist ein Dreikampf mit drei verschiedenen Diskus-Gewichten aus dem Stand heraus", erzählt Roland Klingler. Bedingt durch eine Zerrung kurz vor den deutschen Wintermeisterschaften im März in Düsseldorf musste das Training reduziert werden. "Trotzdem ging ich bei diesen Meisterschaften vorsichtig an den Start, warf jedoch nur aus dem Stand. Die Gegner wollten es nicht glauben, aber mit exakt 44,44 Metern holte ich mir den nationalen Titel."

Zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Ancona verschafften zweimal wöchentliche Massage-Termine zwar Linderung der Verletzung. "Doch eine Schonung des Beines ließ leider kein volles Trainingspensum zu." Trotzdem steigerte sich der Bliestaler von Wurf zu Wurf, war am Ende mit 46,66 Metern nur knapp dem zwei Jahre jüngeren Franzosen Patrick Chala( 49,68 Meter) unterlegen. "Bei der Videoanalyse habe ich festgestellt, dass ich zu früh vom linken Bein runter bin, daher kam ich nicht sauber hinter das Gerät und dies hat über Silber und Gold den Ausschlag gegeben", so Klingler. Eine weitere Feststellung: "Im Training benutze ich einen Metall-Diskus, während der Wettkampf-Diskus aus Karbon andere Flugeigenschaften entwickelt."



Nervosität und Spannung hätten sich auch bei seiner siebten EM-Teilnahme eingestellt. "Deshalb war ich diesmal einen Tag früher im Stadion, führte mit den Sportkameraden erste Gespräche, so schnuppert man einfach schon mal die Wettkampfluft", umschreibt der fitte Großvater sein Lampenfieber.

Trotzdem: Die Härte gegen sich selbst, gepaart mit einem unbändigen Einsatzwillen, wurde mit dem zweiten Platz bei der EM belohnt. Gänsehaut gab es beim Abspielen der National-Hymne zur Siegerehrung. Nach einem Erholungs- und Fitness-Urlaub auf Lanzarote geht es in diesen Tagen in die Vorbereitung zur Sommersaison. hh