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Riesenbärenklau macht Ärger

Mitten in der Stadt gedeiht ein Riesenbärenklau-Feld. Die Anwohner beschweren sich. Foto: Andreas Engel
Mitten in der Stadt gedeiht ein Riesenbärenklau-Feld. Die Anwohner beschweren sich. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Püttlingen. Imposant, aber nicht ungefährlich ist der Riesenbärenklau. Das Berühren seiner Blätter kann Quaddeln und Verbrennungen hevorrufen. Ein zugewuchertes Privatgrundstück nervt Püttlinger Anwohner. Von SZ-Mitarbeiter Andreas Engel

Eigentlich ist es ja schön, wenn sich mitten in der Stadt ein großes Grundstück sozusagen naturnah entwickeln kann. Keine Parklandschaft, nein, rein biologisch, biotopmäßig. Was aber in der Köllertalstadt mit einem Binnengrundstück zwischen Schlenderweg und Heinrichstraße geschieht, überschreitet offenbar die Toleranzfähigkeit der Anlieger.

Rudi Meyer und Anton König haben sich vor ihre Häuser an den Schlenderweg gestellt. Hinter ihren Gärten fließt der Schlehbach. Dann folgt das etwa 18 Ar große, komplett mit Riesenbärenklau (Herkulesstaude) zugewucherte Grundstück. "Das geht uns langsam auf die Nerven", berichtet Anton König. Der Wind trage die Samen des nicht ungefährlichen Riesenbärenklaues auf die Grundstücke der Anlieger, beschwert sich König. Aber machen könne man dagegen leider nichts. Das Grundstück ist Privateigentum. Das bestätigt auch die Stadt Püttlingen. Klaus Nickels, Leiter des Fachdienstes Umwelt und Naturschutz, sagt, es gebe keine Handhabe. "Uns ist die Angelegenheit ein Dorn im Auge". Man könne aber niemanden dazu verpflichten, sein Grundstück zu mähen, egal, was dort wächst. Die besagte Fläche sei eingezäunt und begrenzt, niemand habe Zutritt. Der Naturschutzbeauftrage der Stadt Püttlingen, Christian Zeller, teilte mit, dass die Stadtverwaltung stets all ihre Flächen pflege und vor allem Hinweise nach dem Bärenklau nachgehe und diese Pflanze sogleich vom Bauhof beseitigen lasse.

Der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt, zählt zur Familie der Doldenblütler. Die zwei- bis mehrjährige, krautige Pflanze stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und ist in Europa und Nordamerika eingeschleppt worden.

Der Riesen-Bärenklau ist gefährlich, weil er "photosensibilisierende Substanzen" bildet, die in Kombination mit Sonnenlicht fototoxisch wirken. Heißt: Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln und schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen. Wenn die Pflanze entfernt wird, muss eine vollständige Schutzkleidung getragen werden, inklusive Gesichtsschutz. Die Herkulesstaude wurde 2008 zur "Giftpflanze des Jahres" gewählt.