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Retter hautnah in Aktion erlebt

St. Wendel. Am vergangenen Samstag herrschte in der St. Wendeler Innenstadt der Ausnahmezustand. Zum Anlass ihres 125-jährigen Bestehens führte die Feuerwehr des Löschbezirkes St. Wendel eine Großübung durch. Dabei bot sich Hunderten Schaulustigen ein großes Spektakel. Um Punkt zwölf Uhr mittags schlugen die Sirenen in der Stadt Alarm Von SZ-Mitarbeiter Johannes Klotz

St. Wendel. Am vergangenen Samstag herrschte in der St. Wendeler Innenstadt der Ausnahmezustand. Zum Anlass ihres 125-jährigen Bestehens führte die Feuerwehr des Löschbezirkes St. Wendel eine Großübung durch. Dabei bot sich Hunderten Schaulustigen ein großes Spektakel. Um Punkt zwölf Uhr mittags schlugen die Sirenen in der Stadt Alarm. Die Kreuzung vor der evangelischen Stadtkirche war zum Unfallort geworden. Das Szenario: Zwei demolierte Autos standen ineinander verkeilt auf der Straße. Die Insassen der beiden Pkw, deren aufgemalte Verletzungen täuschend echt wirkten, waren eingeklemmt und mussten so schnell wie möglich befreit werden. Nachdem die St. Wendeler Polizei den Unfallort gesichert hatte, rückten fünf Wagen der Feuerwehr, drei Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und ein Notarztwagen an. Sofort begann hektisches Treiben. Von drei Kommentatoren der Feuerwehr, Polizei und DRK immer bestens über die Vorgänge informiert, sahen die Zuschauer, wie an einem der beiden Unfallautos eine so genannte Crash-Rettung demonstriert wurde. "Dabei geht es um Leben und Tod. Der Verletzte muss so schnell wie möglich aus dem Auto", erklärt Stefan Grevener von der St. Wendeler Feuerwehr. Die Tür des Autos, aus dem die offensichtlich lebensbedrohlich verletzte Person geborgen wurde, wurde aufgeschnitten, so dass eine schnelle Rettung möglich war. Der zweite Unfallwagen wurde von den Rettungskräften völlig zerlegt. Die Feuerwehrleute trennten nicht nur die Türen ab, sondern auch das Dach musste weichen, damit die drei Insassen gerettet werden konnten. "Wenn keine Crash-Rettung nötig ist, versuchen wir die Verletzten so vorsichtig und sicher wie möglich vom Unfallort wegzubringen. Das darf dann auch mal ein wenig länger dauern", erzählt Grevener. Als nach dem Abschluss der Rettung plötzlich Rauch aus einem der Autos aufstieg, war das eine kurze Schrecksekunde für die Männer und Frauen von der Feuerwehr. "Das war ein Kabelbrand, der war aber nicht geplant", erzählt einer der Feuerwehrmänner mit einem Augenzwinkern. Die St. Wendeler Feuerwehr zieht eine positive Bilanz der Großübung. "Es hat alles super geklappt, wir haben eine sachliche, ruhige und kompetente Rettung gesehen. Genau so sollte es im Ernstfall auch sein", resümiert Grevener. Die beiden Einsatzleiter Jochen Willmann und Dominik Schweig sind ebenfalls zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Nach zirka vierwöchiger Planung sei alles sehr gut verlaufen. Schweig: "Die Kooperation zwischen Polizei, Rotem Kreuz und Feuerwehr hat gut funktioniert. Jedoch sind wir im Ernstfall immer auf die Mithilfe anderer angewiesen. Wenn die Rettungswege nicht frei sind, können unsere Übungen noch so gut verlaufen." Neben der Großübung am Mittag war den ganzen Tag eine Ausstellung von historischem und aktuellem Feuerwehrgerät zu sehen. Verschiedene Feuerwehren aus dem Umland stellten ihre Fahrzeuge und Geräte zur Schau. Unterstützt wurde die St. Wendeler Feuerwehr von der Firma Wita und Freude Sicherheitstechnik, die einige ihrer Geräte zur Verfügung stellte, und der Kreis- und Ortsverkehrswacht St. Wendel mit ihren "Schnall dich an!"- und "Mobil im Alter, aber sicher"-Aktionen. Zudem war die Polizeibezirksinspektion St. Wendel mit einem Verkehrssicherheits-Team dabei.


HintergrundDie Feuerwehr im Löschbezirk St. Wendel feiert ihr 125-jähriges Bestehen mit mehreren Veranstaltungen. Am nächsten Samstag, 16. Mai finden die Festwochen mit dem Festkommers mit großem Zapfenstreich im Saalbau in St. Wendel ihren Höhepunkt. red