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Reisen nach dem Schicksalsschlag

Eine besonders nette Begegnung hatten wir am Mittwoch in unserer Neunkircher Redaktion. Da „schneite“ eine ältere, gepflegte und aufgeweckte Dame herein, die eigentlich ein Anliegen an die Kollegen der SZ-Vertriebsabteilung hatte, denn sie fährt in Urlaub.

Da gilt es, etwas wegen der Zeitungszustellung zu regeln. Das dafür nötige Telefonat mit der Fachabteilung im Hause der SZ war schnell erledigt. Dann kam die fidele Mitbürgerin munter ins Plaudern. Ihr Alter sollten wir doch mal schätzen. Schließlich verriet sie, dass der 80. Geburtstag schon eine ganze Weile zurückliegt. Aber ihr Unternehmungsgeist scheint ungebrochen.

Das war nicht immer so. Vor rund einem Dutzend Jahren war der Ehemann unserer Leserin gestorben. "Vier Wochen lang habe ich nur geweint." Trost konnte ihr kaum jemand spenden, zumal der Ehe Kinderglück versagt geblieben war. Doch zu guter Letzt siegte die Erkenntnis: "Du musst weiterleben!"

Eine Fügung des Schicksals spielte unserer Leserin in dieser Phase in die Hände. Es gab einen Interessenten für ihr Haus, der die Immobilie nicht mal selbst nutzen, sondern einfach nur Geld anlegen wollte. Unsere wieder Zukunftspläne schmiedende Witwe verkaufte das Häuschen, behielt aber lebenslanges Wohnrecht. Und hatte nun plötzlich einen schönen finanziellen Grundstock, um sich trotz des fortgeschrittenen Alters noch zur Weltenbummlerin zu entwickeln. Australien, Brasilien, Kreuzfahrten auf den Meeren der Welt - kein Ziel ist ihr seither zu weit. Mit Glanz in den Augen berichtete unsere Leserin von ihren Erlebnissen und von ihren nächsten Plänen.

Bei der Verabschiedung an der Tür konnten wir ihr nur die ehrlich gemeinte Einschätzung mit auf den Weg geben: "Das machen Sie richtig!"