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Reichert baggert sich zum WM-Titel

Lebach/Bliesen. Das war Wahnsinn: Gleich bei seiner ersten Teilnahme an einem großen internationalen Beachvolleyball-Turnier gewann der 18-jährige Moritz Reichert vom TV Bliesen einen WM-Titel. Gemeinsam mit Clemens Wickler holte er Gold bei den U19-Weltmeisterschaften in Porto. Von SZ-Mitarbeiter Philipp Semmler

Riesenerfolg für den 18-jährigen Moritz Reichert aus Lebach: Stolz und mit breitem Grinsen im Gesicht stand der Beachvolleyballer in seinem gelben Trikot mit der Nummer zwei auf dem Siegerpodest bei der U19-Weltmeisterschaft im Beachvolleyball in Porto. Neben ihm sein Teamkollege Clemens Wickler aus Bad Tölz. In den Händen hielten sie eine Medaille - und zwar die goldene. Völlig überraschend hatte sich das Duo des Deutschen Volleyballverbandes an der Atlantik-Küste den Weltmeister-Titel gesichert.

"Wir wollten schon weit nach vorne kommen, dass es aber zum Sieg reicht, damit hätten wir wirklich nicht gerechnet", erklärt Reichert nach der Rückkehr strahlend. Gleich bei seiner ersten Teilnahme an einem größeren internationalen Turnier konnte der Jugendnationalspieler den Titel feiern. "Eigentlich sollte ich schon im letzten Jahr bei den U18-Europameisterschaften mit dabei sein, doch damals konnte ich wegen einer Verletzung nicht spielen", erzählt der Lebacher.

In Porto war er dagegen topfit. Das deutsche Duo erwischte einen guten Start und zog ohne Satzverlust ins Achtelfinale ein. Dort mussten die Deutschen das erste und einzige Mal zittern: Gegen das portugiesische Team Tomas/Diogo wurde es eng. Kein Wunder! Denn schließlich hatten die Portugiesen Heimvorteil und waren zudem an Position eins gesetzt. Nachdem Reichert/Wickler den ersten Satz mit 21:15 gewonnen hatten, verloren sie Durchgang zwei knapp mit 20:22. Doch im Tie-Break behielten der Saarländer und der Bayer die Nerven, siegten mit 15:10. Besonders in diesem Spiel zeigte sich etwas, das laut Reichert der Schlüssel zur Goldmedaille war. "Wir haben uns nie aus der Ruhe bringen lassen und haben so den einen oder anderen Rückstand aufgeholt."

Im Viertel- und im Halbfinale gab es jeweils 2:0-Siege gegen das russische Duo Velichko/Margiev und die Amerikaner De Falco/Yoder. Auch hier zeigten sich die Deutschen wieder nervenstark. Alle Sätze wurden knapp mit 21:19 gewonnen.

Der Traum vom Finale war damit Realität geworden. Dort wartete das norwegische Duo Huus/Sorum. Den ersten Satz dominierten Reichert/Wickler mit 21:16. Im zweiten Durchgang gingen die Norweger dann zwei Mal kurz in Führung. Doch der Reichert/Wickler-Express war nicht mehr aufzuhalten. Die beiden drehten die Begegnung, siegten mit 21:17 und holten nach vier Tagen im Sand Gold. Entsprechend groß war der Trubel. "Klar haben wir noch ein wenig gefeiert. Aber es ging doch alles sehr schnell, da hat man erst nach dem Rückflug so richtig realisiert, was da passiert ist", erklärt Reichert.

Zu Hause in Lebach wurde der frischgebackene Weltmeister am Dienstag von Freunden und Familie empfangen. Jetzt steht erst einmal ein Kurzurlaub in Italien an, ehe es in der nächsten Woche zu den deutschen Beach-Volleyball-Meisterschaften nach Kiel geht. "Da zählen wir jetzt wohl zu den Favoriten", sagt Reichert lachend.



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Zur Person: Moritz Reichert ist 18 Jahre alt und begann mit dem Volleyballspielen beim TV Lebach. Es folgte später ein Wechsel zum TV Bliesen, für den der 1,95 Meter große Außenangreifer auch heute noch ein Zweitspielrecht besitzt. Seit 2011 geht Reichert für das Volleyball-Internat Frankfurt ans Netz, wo er auch in der 2. Bundesliga spielt. Zudem ist Reichert Kapitän der deutschen U19-Nationalmannschaft.sem