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Bundeswehr
Realitätscheck für Militärseelsorger in Bayern

Soldaten bei einer Übung im bayerischen Hammelburg.
Soldaten bei einer Übung im bayerischen Hammelburg. FOTO: dpa / Daniel Karmann
Hammelburg/Saarlouis. Rund 20 Vertreter der katholischen und evangelischen Militärseelsorge haben jetzt an der diesjährigen „Grünen Woche“ am Ausbildungszentrum der Infanterie in Hammelburg teilgenommen. Ziel war es, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, „insbesondere den ungedienten Militärseelsorgern einen Eindruck von den Anforderungen des Soldatenberufes zu verschaffen“. Von Katja Sponholz

An ausgewählten Stationen lernten sie „die soldatischen Basisbefähigungen“ kennen. Zu den Teilnehmern zählt auch der saarländische Militärpfarrer Karl-Martin Unrath.


Bundesweit sind derzeit in der evangelischen Militärseelsorge 88 männliche und 22 weibliche Pfarrer tätig. Für die katholische Kirche sind 64 hauptamtliche Militärpfarrer und 17 Pastoralreferenten (darunter eine Frau) im Einsatz.

Zwar liege der Anteil konfessionsloser und nicht christlicher Soldaten mittlerweile bei 48 Prozent, dennoch habe die Militärseelsorge nach wie vor eine große Bedeutung. „Bei immer komplexer werdenden Aufgabenbereichen ist eine vertrauensvolle Person, außerhalb der Hierarchie, sehr wichtig“, so Pressesprecherin Marlene Beyel vom Katholischen Militärbischofsamt in Berlin.



Walter Linkmann, Sprecher der evangelischen Militärseelsorge, glaubt, dass der Bedarf „durch die neuen Szenarien eher zu- als abgenommen“ habe. Die Bundeswehr wisse heute „stärker als in manchen Phasen der Vergangenheit“, dass zur ganzheitlichen Fürsorge für die Soldatinnen und Soldaten auch Seelsorge und das Eingehen auf die Religiosität der Menschen gehörten.