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Raum verbindet zwei Disziplinen

Saarbrücken. Ein Dutzend kleinformatige Gemälde und zwei Zeichnungen hat die Malerin Malgorzata Sztremer im Kulturfoyer der Passagestraße 2 versammelt. Dabei folgt sie der Einladung der Landeshauptstadt. Denn, so ist es die Regel, deren Förderstipendiatin im Bereich der Bildenden Kunst ist eine Ausstellung vorbehalten

Saarbrücken. Ein Dutzend kleinformatige Gemälde und zwei Zeichnungen hat die Malerin Malgorzata Sztremer im Kulturfoyer der Passagestraße 2 versammelt. Dabei folgt sie der Einladung der Landeshauptstadt. Denn, so ist es die Regel, deren Förderstipendiatin im Bereich der Bildenden Kunst ist eine Ausstellung vorbehalten. Malgorzata Sztremer hat in der Bildhauer-Klasse von Wolfgang Nestler an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, genauer in deren Dependance in der Handwerkergasse Völklingen studiert. Das war auf den ersten Blick nicht selbstverständlich, denn Malgorzata Sztremer ist Malerin. In Polen hatte sie bereits an der Kunstakademie Krakau Malerei studiert, als die heute 39-Jährige 1998 in das Atelier von Wolfgang Nestler eintrat. Der Raum war das Bindeglied zwischen den beiden Disziplinen. Darin hatte sie ihre aus groben Strichen gefügten Figuren gestellt. Raum, das gilt noch immer, nur ist er in ihrer aktuellen Ausstellung "Atman, Brahman und die Evolution" zum Kasten, einer Art Puppenhaus geworden. Der Schluss liegt nahe, die Bilder als eine Art Familienalbum zu betrachten, das Dinge und Menschen aus dem Leben der Malerin in Szene setzt. Der Titel der Ausstellung tut ein Übriges und lädt durch diese spirituellen Anleihen bei Seele, Kraft und den Gesetzen des Daseins die Bilder mit Symbolhaftigkeit auf. Die Nähe zum Traum ist gewollt. Dabei greift ein Mechanismus, der noch ihre technisch unzulängliche Malerei stimmig scheinen lässt: Wir wollen das Bild verstehen. Daher enträtseln wir es und schauen genau hin. Wir erkunden den Raum, vergleichen wiederkehrende Motive und stellen Beziehungen zwischen den Bildern her. Mit dem Traumbild als Impuls der Wahrnehmung zu arbeiten, damit rettet Malgorzata Sztremer nicht nur ihre hier gezeigte Malerei, sondern hat dafür auch einen Ansatz, der das Erzählerische der Malerei mit der Frage des Bildhauers nach dem Verhältnis von Figur und Raum verbindet. sgDie Ausstellung dauert bis zum 25. Februar. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 8 bis 17 Uhr. Donnerstag bis 18 Uhr. Freitag bis 15.30 Uhr.