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"Rathausmodell ist kostbarste Leihgabe"

Saarbrücken. Neun Jahre lang stand es im Depot des Saarlandmuseums. Nun darf das 1,20 Meter lange, einen Meter hohe und 80 Zentimeter breite Holzmodell des nach Plänen von Georg Hauberrisser erbauten Rathauses St. Johann von jedermann bestaunt werden Von SZ-Mitarbeiterin Alexandra Raetzer

Saarbrücken. Neun Jahre lang stand es im Depot des Saarlandmuseums. Nun darf das 1,20 Meter lange, einen Meter hohe und 80 Zentimeter breite Holzmodell des nach Plänen von Georg Hauberrisser erbauten Rathauses St. Johann von jedermann bestaunt werden. Die Stadt Saarbrücken, der das Modell gehört, stellte es dem Historischen Museum Saar für dessen neue Dauerausstellung "Saargeschichte seit 1870" als Leihgabe zur Verfügung. "Das Modell entstand im Jahr 1903. Anlass war die Deutsche Städteausstellung in Dresden zur Gründung des Deutschen Städtetags 1903", erklärt Irmgard Christa Becker, die Leiterin des Saarbrücker Stadtarchivs. Damals hätten die deutschen Städte ihre Leistungsfähigkeit unter anderem mit Modellen ihrer wichtigsten Gebäude unter Beweis gestellt. Auch die Stadt St. Johann ließ von Karl Pelizaeus ein Modell ihres im Juni 1900 eingeweihten Verwaltungssitzes anfertigen. Als im Laufe der Jahrhunderte bauliche Veränderungen am Rathaus anstanden, wurde auch das Modell nachgebessert. So wurden etwa der nach dem Zweiten Weltkrieg angebaute Balkon über dem Bürgermeistererker sowie die Schleppgauben im Dach in das Modell eingefügt. "Die Arkade in der Betzenstraße fehlt im Modell hingegen", erklärte Becker. Museumsdirektor Gerhard Ames bezeichnete das Rathausmodell als "die wohl kostbarste Leihgabe", die in der neuen Ausstellung zu sehen ist. "Wir sind froh, dass das Modell nun wieder für die Öffentlichkeit sichtbar ist", betont Irmgard Christa Becker. Eröffnet wird die Dauerausstellung im Historischen Museum am Sonntag, 11 Uhr. "Wir sind froh, dass das Modell nun wieder für die Öffentlichkeit sichtbar ist."Irmgard Christa Becker