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Rat gibt grünes Licht für Schießsport-Zentrum

Mettlach. Der Gemeinderat von Mettlach hat am Dienstagabend den Weg frei gemacht für die Errichtung eines Schießsportzentrums sowie eines "Europäischen Zukunftsforums Jagd" auf dem Gelände der ehemaligen Lungenklinik Scheuerhof bei Nohn Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Mettlach. Der Gemeinderat von Mettlach hat am Dienstagabend den Weg frei gemacht für die Errichtung eines Schießsportzentrums sowie eines "Europäischen Zukunftsforums Jagd" auf dem Gelände der ehemaligen Lungenklinik Scheuerhof bei Nohn. Ein Investor, die Diana-Touristik mit Sitz in Merzig, will auf dem seit Jahrzehnten ungenutzten Klinikgelände einen "Themenpark Tourismus - Sport - Jagd" ansiedeln. Dessen Herzstück soll ein Schießsport-Leistungszentrum mit mehreren Schießanlagen, auch unter freiem Himmel, sein. Um dieses Schießsportzentrum herum sollen sich ein Club- und Sporthotel, eine Hausbrauerei, ein Bio-Hofladen und eine Wildmetzgerei gruppieren. Der Investor spricht von 120 Arbeitsplätzen, die hier entstehen sollen. Insgesamt werden die Baukosten mit 20 Millionen Euro beziffert.Die Fraktionen von CDU und SPD stimmten sowohl für den öffentlich-rechtlichen Vertrag, den die Gemeinde mit dem Betreiber des Komplexes abschließt, als auch für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes sowie den Satzungsbeschluss eines Bebauungsplanes. Die Fraktion der Freie Bürger Mettlach (FBM) votierte bei all diesen Punkten dagegen. Die FBM machte bei der Diskussion im Rat nochmals darauf aufmerksam, dass es in den Ortschaften rund um das Scheuerhof-Gelände (Nohn, Bethingen, Wehingen und Tünsdorf) große Vorbehalte gegen das geplante Schießsport-Zentrum gebe. Insbesondere die unter freiem Himmel geplante Wurfscheiben-Anlage sei vielen Anliegern ein Dorn im Auge.Sie befürchteten eine dauerhafte Belästigung durch den Schusslärm, der gerade von dieser Anlage ausgehe. Zudem sehen Kritiker des Projektes Probleme durch die Zunahme des Verkehrs in ihren Orten. Auch eine mögliche Schadstoff-Belastung des Bodens durch die verschossene Schrotmunition wurde ins Feld geführt. All diese Bedenken hielt die FBM aufrecht, obwohl der Investor sich in dem öffentlich-rechtlichen Vertrag, den er mit der Gemeinde geschlossen hatte, auf die Einhaltung von Höchstgrenzen bezüglich der Schall-Emissionen verpflichtet hat, die noch unter denen der geltenden gesetzlichen Vorschriften und Richtlinien liegen. Dies soll durch umfassende Lärmschutz-Maßnahmen geschehen. Werden die Obergrenzen dennoch überschritten, ist die Gemeinde berechtigt, die Anlage zu schließen.Die FBM kritisierte aber, die Bestimmungen des Vertrages seien "gummiweich" und böten der Gemeinde nicht genügend Sanktionsmöglichkeiten. Die Fraktionen von CDU und SPD sahen dies anders, ebenso Bürgermeisterin Judith Thieser: "Der Vertrag beinhaltet wesentliche Kontroll- und Informationsrechte der Gemeinde." > weiterer Bericht folgt