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Rastplätze zu klein für den großen Verkehr

Am früheren Parkplatz Eschweilerhof an der A 6 wuchert inzwischen die Natur. Foto: Becker&Bredel
Am früheren Parkplatz Eschweilerhof an der A 6 wuchert inzwischen die Natur. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken/Homburg. Wo früher Reisende Pause machten, wuchert heute die Natur: Mehrere Parkplätze an der A 6 zwischen Saarbrücken und Homburg sind seit Jahren ausgemustert. Sie sind zu klein geworden für den großen Verkehr. Von SZ-MitarbeiterFrank Bredel

Tausende donnern täglich an ihnen vorbei, während sie in tiefem Dornröschenschlaf liegen: die Rede ist von mehreren Parkplätzen an der A 6 zwischen Saarbrücken und Homburg, die seit Jahren geschlossen sind und längst von der Natur zurückerobert wurden. Zwischen den Bänken, auf denen früher Fernreisende pausierten, wachsen Bäume. Der Asphalt ist aufgeplatzt und überwuchert, es blüht und grünt auf der Fahrbahn, Schmetterlinge flattern und am Abend wird man von einer Horde Stechmücken vertrieben, die das Biotop zu bewachen scheinen. Hier bekommt man einen Eindruck, wie die Straßen nach Jahren aussehen würden, würde der Verkehr eingestellt. Die Natur wächst einfach darüber hinweg.

Inzwischen sind diese alten Parkplätze so grün, dass sie im Vorbeifahren nur noch bei genauem Hinsehen erkennbar sind. Auf der A 6 sind das die alten Parkplätze Eschweilerhof, Silbersandquelle, Sengscheid, Grumbachberg und Kuppe Bischmisheim. "Die Autobahn wurde 1959 gebaut für den damaligen Verkehr", sagt Gerd Kloy vom Landesbetrieb für Straßenbau. "Auch die Parkplätze wurden nach diesem Bedarf angelegt. Sie wurden vor Jahren geschlossen, weil sie zu schmal sind, zu wenige Autos fassen können und ihre Unterhaltung in keiner Relation zu dem Nutzen stand." Die Einfahrten seien sehr schmal, der Parkraum sei zu gering. "Dann liegen mehrere dieser Plätze quasi im Wald und einige sogar im Wasserschutzgebiet. Ein Ausbau war da kaum denkbar, Strom- und Wasseranschlüsse fehlten. Selbst der Rechnungshof hatte diese Anlagen kritisiert", sagt Kloy und berichtet von Straßenmeistern, die alle zwei Tage Müll einsammeln mussten, der im Schutz der Bäume abgelagert wurde. Das habe das Land viel Geld gekostet. Die Parkplätze wurden dichtgemacht und das Geld stattdessen in neue Anlagen investiert.

So sei auf der A 8 der neue Parkplatz Kutzhof entstanden, auf der A 6 seien die Rastplätze Waldmohr und Homburg erste Wahl, die Goldene Bremm werde mit dem Abriss der Grenzhäuschen ausgebaut und neu angelegt. "Obwohl der Bund Parkraum für Lastwagen schaffen will und Maßnahmen in dieser Richtung gezielt fördert, werden wir diese alten Parkplätze nicht wiedereröffnen. Parkplätze, wie man sie heute braucht, sind daraus nicht zu machen", sagt Kloy.

Auch für einen möglichen Rückbau der versiegelten Flächen gebe es "keine konkreten Pläne". Man wolle das aber intern noch einmal besprechen, denn es sei konsequent, diese Anlagen der Natur endgültig zurückzugeben. Auf der A 6 gibt es die meisten dieser "Geisterparkplätze", ein weiterer ist an der A 8 bei Merzig zu finden. Manchmal würden die ausgedienten Parkplätze noch genutzt, sagt Kloy, um bei Baumaßnahmen an der Autobahn Erdmassen zu lagern. Auf Dauer würden diese alten Rastanlagen aber definitiv nicht mehr gebraucht, betont er.