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Quadrate mit humorvollem Charme

Jutta Mohr mit einem ihrer Gemälde, die derzeit im Baden-Badener Kunstforum in St. Ingbert zu sehen sind. Foto: Brigitte Quack
Jutta Mohr mit einem ihrer Gemälde, die derzeit im Baden-Badener Kunstforum in St. Ingbert zu sehen sind. Foto: Brigitte Quack FOTO: Brigitte Quack
Kirkel/St Ingbert. „Pommes, Pumps und Pelze“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, die Jutta Mohr derzeit in St. Ingbert präsentiert. Humor und Ironie sind hierbei nicht fern. Zuletzt stellte sie erfolgreich in Kirkel aus. qua/red

In strahlenden Farben leuchten die Gemälde von Jutta Mohr den Besuchern des Kunstforums der Baden-Badener Versicherung entgegen. Hier, in den herrlich lichtdurchfluteten Fluren hat die diplomierte Kommunikationsdesignerin eine tolle Präsentationsfläche für ihre stets quadratischen Werke gefunden. Hier können sie ihren humorvollen Charme bestens entfalten und dabei in die geheimnisvolle Welt von "Pommes, Pumps und Pelze" entführen. Eben diesen Titel hat Jutta Mohr gewählt, um auf die unterschiedlichen Themenkreise der mehr als 70 ausnahmslos gegenständlichen Bilder zu verweisen. Erst vor wenigen Tagen ging im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel ihre Ausstellung "Momente - Vermeintliche Alltäglichkeiten", zu der viele Besucher kamen, zu Ende.

Den Auftakt machen ihre "Spot(t)lights", die schon im Titel auf den ironischen Hintergrund verweisen. Im absoluten Bildfokus stehen Schuhe, vornehmlich High-Heels, die sie in ihrer typisch flotten Strichfolge vor Augen führt. Mal einer, mal zwei, mal drei - in Blau, Weiß und Rot zum Werk "Tri Colore" zusammengefügt. Mal als viel zu großes Paar für Kinderfüße, mal als Einzelstück, allein und verlassen auf einer neutralen Grundfläche. Stets kommen diese, auf einen kleinen Ausschnitt reduzierten Werke mit einer humorvoll hintergründigen Botschaft einher. Symbolhaft erzählen sie von (zwischen-)menschlichen Befindlichkeiten und deuten kleine Geschichten an, die parodistisch oder in der eigenen Erinnerung weitergedacht werden können.

Schmunzelnd und mit leichtem Augenzwinkern geht es weiter mit den Werken ihrer Erotik-Serie, denen ins quadratische Ein-Meter-Format eingepasste Porträts bekannter und unbekannter Persönlichkeiten folgen. Die in dem Geflecht aus kurzen, breiten, die Bildfläche rhythmisierenden Pinselstrichen auf die Leinwand gebrachten Protagonisten wirken am Ende ihrer farbenfrohen Attacken doch sehr lebendig und ausdrucksstark. Strahlend und prägnant, getreu dem Motto "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte" erzählen sie individuelle Bildgeschichten. Farblich, als auch inhaltlich stehen sie in Kontrast zu den mit viel weiß gestalteten Werken der "Pelze-Serie", die in schockierend-provokanten Bildern auf den Robbenfang anspielen.

Und damit auf eine andere Seite menschlichen Gefühlslebens, die alsbald verklingt und den schwingend leichten Momenten des Lebens wieder Raum gewährt. Um die kleinen Alltäglichkeiten wie die geliebte Tasse Kaffee, allein, zu zweit oder in größerer Gesellschaft geht es in den Bildern zur "Kaffeelaune".

Auch in den "Tischkulturen" richtet sie den Blick auf die simplen Dinge des Alltags, auf die ins Riesenhafte vergrößerte Maggi-Flasche etwa oder das grafisch inszenierte Gedeck - stets mit Humor und guter Laune. Schließlich runden florale und sportliche Motive diese Ausstellung gelungen ab und lassen die Besucher vielleicht mit ein wenig mehr Farbe und Freude im Herzen das moderne Gebäude in der Schlackenbergstraße verlassen.

Jutta Mohr "Pommes, Pumps und Pelze". Bis zum 2. August. Kunstforum Baden-Badener Versicherung AG, Schlackenbergstraße 20, Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr.

jumoart.de