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Kommentar
Im Saarland funktioniert die Groko noch

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Berliner Groko ist mit ihrem Dauergezänk einfach nur der politische Abtörner schlechthin. Weswegen Union und SPD schallende Watschen bei Landtagswahlen kassierten. Im Saarland aber arbeitet eine andere, erfreulich sachpolitisch orientiertere Groko. Von Oliver Schwambach
Oliver Schwambach

Und die kann jetzt was vorweisen. Den „Saarland-Pakt“, der exakt da ansetzt, wo viele Bürger Politik spüren – und sich meist über sie ärgern. In der eigenen Kommune nämlich, wenn Straßen marode und Schulklos kaputt sind und Straßenlaternen bloß noch funzeln. Die Landesregierung tut jetzt was dafür, damit die Saar-Kommunen wieder investieren können. Und das ist auch ein hoffentlich wirksames Gegenmittel wider die grassierende Politikverdrossenheit. Klar, lassen sich mit 50 Millionen Euro jährlich keine Riesensprünge machen. Aber auch der Bund, so sieht’s ja aus, will endlich mehr für die Kommunen tun. Addiert man das, geht was.


Bemerkenswert ist auch, wie zügig letztlich Schwarz-Rot im Saarland das Problem abgeräumt hat. Denn als Tobias Hans, quasi noch Ministerpräsidenten-Lehrling, mit seiner „Saarland-Kasse“ im Frühjahr vorpreschte, hätte das auch zum Spaltpilz der Koalition werden können. Nun ist inhaltlich mehr SPD als CDU im „Saarland-Pakt“: Vielleicht hat Hans da auch politisches Lehrgeld zahlen müssen.