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Messer-Attacke in der Altstadt
Prozessauftakt nach angeblichem Mord-Versuch vor Kneipe in Saarlouis

Nach der Messer-Attacke auf einen Kneipen-Gast in Saarlouis droht dem Angeklagten eine mehrjährige Haftstrafe.
Nach der Messer-Attacke auf einen Kneipen-Gast in Saarlouis droht dem Angeklagten eine mehrjährige Haftstrafe. FOTO: dpa / Volker Hartmann
Saarlouis. Wegen Verdachts des versuchten Mordes und der schweren Körperverletzung muss sich ein 41-jähriger Deutscher vor dem Landgericht verantworten. Von Wolfgang Ihl
Wolfgang Ihl

Der Angeklagte soll in der Nacht vor Silvester 2017 mitten in Saarlouis vor einem Lokal einem Kneipengast hinter Mülltonnen aufgelauert haben. Dann habe er mit einem Küchenmesser auf den 53-Jährigen eingestochen, als der zum Rauchen vor die Tür ging. Der Mann erlitt Verletzungen am Oberschenkel, an der Hand und am Hals. Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe ohne Bewährung.


Nach Erkenntnis der Ermittler hatten der 41-Jährige und sein späteres Opfer Stunden vor der Tat eine verbale Auseinandersetzung in der Raucherecke vor dem Lokal. Dazu berichtete der Wirt der Kneipe als Zeuge vor Gericht: Es sei um „Pillepalle“ gegangen, um „Fubbes“, um „dummes Zeug“. Allerdings könnte der 53-Jährige „Arschloch“ zu dem jüngeren Mann gesagt haben. Der Wirt weiter: Als der Aschenbecher rumpelte, sei er raus und habe den späteren Angeklagten gebeten zu zahlen. Das habe der 41-Jährige ohne Murren getan. Seiner Erinnerung nach habe er 50 Euro bezahlt. „Ein Fuffi ist normal“. Dies entspreche zehn Flaschen Bier und zehn Korn. Es könnte aber auch eine Zeche von etwa 70 Euro gewesen sein.

Jedenfalls habe der Angeklagte bezahlt und sei gegangen. Aber irgendwann habe dessen Lebensgefährtin in der Kneipe angerufen und gesagt: Ihr Freund habe sich zwei Messer eingesteckt und komme wohl zurück. Der Wirt solle aufpassen. Aber der hatte zu der Zeit nach eigener Aussage bereits diverse Bier nebst Korn mit seinen Gästen getrunken und bemerkte nichts.



Erst als es draußen beim Aschenbecher richtig rumpelte und jemand rief „Der hat gestochen“, ging der Kneipenwirt raus. Er sah den verletzten 53-Jährigen und den Angeklagten mit dem großen Küchenmesser in der Hand. Der 41-Jährige habe eine Kapuze so über den Kopf gezogen, dass man nur die Nasenspitze sah. Aber er habe ihn sofort erkannt, so der Wirt, und gesagt: „Gib mir das Messer und geh.“ Das habe der Angeklagte getan. Unterdessen wurde der Verletzte in der Kneipe in Sicherheit gebracht. Die Frau des Wirtes rief den Rettungsdienst.