| 19:14 Uhr

Verhandlung wird fortgesetzt
Prozess um Lkw-Fahrer gibt Rätsel auf

Saarbrücken. Im Prozess gegen einen rumänischen Lkw-Fahrer, der im September in der Saarbrücker Innenstadt einen Radler überfahren und getötet hatte (wir berichteten), haben jetzt sieben Polizeibeamten vor dem Landgericht ausgesagt. Warum sich der 26-Jährige an einem Samstagabend ans Steuer seines Sattelschleppers setzte, obwohl er Alkohol getrunken hatte, bleibt auch nach dem dritten Verhandlungstag ein Rätsel. Hélène Maillasson

Im Prozess gegen einen rumänischen Lkw-Fahrer, der im September in der Saarbrücker Innenstadt einen Radler überfahren und getötet hatte (wir berichteten), haben jetzt sieben Polizeibeamten vor dem Landgericht ausgesagt. Warum sich der 26-Jährige an einem Samstagabend ans Steuer seines Sattelschleppers setzte, obwohl er Alkohol getrunken hatte, bleibt auch nach dem dritten Verhandlungstag ein Rätsel.


Im Rahmen der Ermittlungen nahm die Saarbrücker Polizei Kontakt zum Auftraggeber des Mannes auf, einer norddeutschen Speditionsfirma. "Der Auftraggeber erklärte mir, dass der Angeklagte an dem Freitag einen Auftrag erfüllt hatte und das Wochenende auf der Raststätte Goldene Bremm verbringen sollte", berichtete ein Polizist vor der Kammer. Der Angeklagte selbst äußert sich nicht über das Ziel seiner Trunkenheitsfahrt. Nachdem er an der Ecke Mainzer Straße/Hellwig Straße den Fahrradfahrer angefahren und dann über rund 350 Meter mitgeschleift hatte, war Ionel H. weiter über die Saarbahn-Trassen bis zum Saarbrücker Hauptbahnhof gefahren. Dort fuhr er gegen einen Betonpfeiler und sein Lkw kam so schließlich zum Stehen. Dort wurde der Fahrer auch festgenommen und zur Polizeiwache in der Karcherstraße geführt. Die an dieser Nacht diensthabenden Beamten beschrieben vor Gericht einen zum Teil aufgebrachten, aber dennoch nicht völlig desorientierten Mann - und dass, obwohl ein Atemtest eine Blutalkoholkonzentration von rund 2,46 Promille ergeben hatte. Als man ihm über eine Dolmetscherin mitgeteilt habe, dass der Unfall einem Menschen das Leben gekostet hatte, habe er geweint.

Der Prozess wird in zwei Wochen mit den Aussagen der verkehrstechnischen Gutachter fortgesetzt. Diese könnten wichtige Hinweise zum Fahrverhalten des Angeklagten vor und vor allem nach dem Zusammenstoß mit dem Radfahrer geben.