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Professor: "Wir sind Messestadt, bieten aber nur Folklore"

Saarbrücken. Das Saarland und besonders Saarbrücken haben ein Image-Problem. Das meint Professor Joachim Zentes, Direktor des Instituts für Handel und Internationales Marketing

Saarbrücken. Das Saarland und besonders Saarbrücken haben ein Image-Problem. Das meint Professor Joachim Zentes, Direktor des Instituts für Handel und Internationales Marketing. Beim Auftakt der Gemeinschaftsveranstaltung der CDU-Stadtratsfraktion und des CDU-Kreisverbandes Saarbrücken, die unter dem Titel "Nachgefragt bei" die Zukunft der Landeshauptstadt aus verschiedenen Perspektiven beleuchten wollen, begründete Zentes mit Beispielen, wie sich die Region zuletzt im bundesweiten Fernsehen präsentierte. "Wenn ein Tatort, der unter Tage spielt, ein solch düsteres Bild vom Saarland zeichnet, dann macht das mehr kaputt, als wir in jahrzehntelanger Arbeit aufgebaut haben." Gleiches gelte auch für die Serie "Familie Heinz Becker". Zentes: "Und wenn zwei Darsteller aus dieser Serie ständig im Tatort mitspielen, verstärkt sich dieser Effekt noch." Dafür gab es viel Applaus am Montagabend im Rathausfestsaal. Auch Zentes' Urteil über die Saarmesse fiel vernichtend aus: "Wir sind zwar Messestadt, bieten aber allenfalls folkloristische Veranstaltungen." Saarbrücken brauche eine Messe, die national oder sogar international wahrgenommen werde. Das meint auch der saarländische Wirtschaftsminister Joachim Rippel, wie Zentes Gastredner bei "Nachgefragt bei". Rippel: "Eine Gesundheitsmesse in die Stadt zu holen, war schon ein guter Schritt." Der Wirtschaftsminister ist außerdem überzeugt: "Die Stadtmitte am Fluss ist ein Leitprojekt für das Land. Wir brauchen eine mit Solidarität geschaffene gemeinsame Linie." Deshalb bot er Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer - die ebenso wie ihre Kollegen Paul Borgard und Frank Oran im Publikum war - an: "Sie, wir als Wirtschaftsministerium, das Umweltministerium und das Landesamt für Straßenbau müssen gemeinsam nach Berlin, um gemeinsam dafür zu kämpfen, dass dieses Projekt Realität wird."Positiv bewerteten die Redner die Entwicklung des Flughafens Ensheim, die Anbindung der Stadt ans Hochgeschindigkeits-Schienennetz und die Pläne der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), die in Alt-Saarbrücken 40 Millionen Euro in ein neues Hochschulzentrum investieren will. al