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Präses Schneider scheidet aus dem Amt

Präses Nikolaus Schneider eröffnete mit Glockengeläut die Landessynode 2012. Archivfoto: dpa
Präses Nikolaus Schneider eröffnete mit Glockengeläut die Landessynode 2012. Archivfoto: dpa
Bad Neuenahr. Die Evangelische Kirche im Rheinland, zu der die weitaus meisten Protestanten im Saarland zählen, steht vor einer Zäsur: Die Synode der zweitgrößten Landeskirche in Deutschland wählt am kommenden Donnerstag in Bad Neuenahr ein neues Oberhaupt. Präses Nikolaus Schneider (65) geht nach zehn Jahren Amtszeit in den Ruhestand

Bad Neuenahr. Die Evangelische Kirche im Rheinland, zu der die weitaus meisten Protestanten im Saarland zählen, steht vor einer Zäsur: Die Synode der zweitgrößten Landeskirche in Deutschland wählt am kommenden Donnerstag in Bad Neuenahr ein neues Oberhaupt. Präses Nikolaus Schneider (65) geht nach zehn Jahren Amtszeit in den Ruhestand. Die Wahl steht im Mittelpunkt der Synode, die am Sonntag, 6. Januar, eröffnet wird. Zur Wahl stehen Vizepräses Petra Bosse-Huber, Oberkirchenrat Manfred Rekowski und die Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär.


Schneider, der offiziell am 3. März aus dem Amt scheidet, bleibt noch bis 2015 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die 53-jährige Theologin Petra Bosse-Huber ist seit zehn Jahren Vizepräses und leitet im Landeskirchenamt die Bereiche Theologie und Diakonie. Zuvor war sie Pfarrerin in Wuppertal-Elberfeld und arbeitete als Notfallseelsorgerin. Manfred Rekowski (54) leitet die Personalabteilung im Landeskirchenamt und war ebenfalls Superintendent in Wuppertal.

Die promovierte Theologin Ellen Ueberschär ist 2006 Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages (Fulda). Die 1967 geborene Ostberlinerin gehört als Pfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz an.



Ein Jahr nach dem Finanzskandal des kircheneigenen Beihilfe- und Bezügezentrums in Bad Dürkheim beschäftigen sich die 214 Synodalen mit den Folgen. Die Kirche hatte mehr als 21 Millionen Euro in die Rettung des Unternehmens stecken müssen, das durch zweifelhafte Anlagegeschäfte in eine bedrohliche Schieflage geraten war.

Am Sonntagabend gibt eine zur Aufarbeitung der Affäre gebildete Kommission ihren Bericht ab. Die Aussprache dazu ist für Montag geplant, nachdem Schneider seinen Jahresbericht abgelegt hat. Am Mittwoch stellen sich die Kandidaten für die Präseswahl öffentlich vor - bis zu drei Wahlgänge sind am Donnerstag möglich. Weitere Wahlen zur Kirchenleitung sowie der Haushalt 2013 stehen am Freitag auf dem Programm. Die Synode endet am Samstag, 12. Januar.

Die rheinische Kirche kämpft mit sinkenden Mitgliederzahlen und abnehmender Finanzkraft. Trotz pessimistischerer Erwartungen konnte die Kirche im abgelaufenen Jahr eine Steigerung der Steuereinnahmen auf 587 Millionen Euro verzeichnen. Ihr Gebiet erstreckt sich von Emmerich am Niederrhein bis Perl. dpa