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Sparmaßnahmen
Polizeiorchester wird aufgelöst, Big Band bleibt

Das Polizeiorchester des Saarlandes war in der Vergangenheit nur noch durch Zukäufe einsatzfähig. Mit der Big Band soll nun der Musikbetrieb für die nächsten Jahre gewährleistet werden.
Das Polizeiorchester des Saarlandes war in der Vergangenheit nur noch durch Zukäufe einsatzfähig. Mit der Big Band soll nun der Musikbetrieb für die nächsten Jahre gewährleistet werden. FOTO: Markus Fuchs
Saarbrücken. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Von allen Spar-Operationen, denen sich die saarländische Polizei in den vergangenen Jahrzehnten unterziehen musste, blieb eine Dienststelle bisher weitgehend verschont: das Polizeiorchester. Als der Rechnungshof der Politik vor wenigen Jahren riet, angesichts der Sparzwänge über eine Auflösung nachzudenken, stellte die damalige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) klar: „Jetzt, wo wir die Teilentschuldung in Berlin durchgekämpft haben und das rettende Ufer vor Augen haben, können Sie sicher sein, dass die Politik in diesem Land das Polizeimusikkorps nicht untergehen lassen wird – es wird erhalten bleiben.“


Nun wird es dennoch einschneidende Änderungen bei der Dienststelle „LPP 17 Polizeiorchester“ geben – als Resultat des jahrelangen Sparkurses und des Stellenabbaus, aber auch neuer Herausforderungen für die innere Sicherheit. Das Polizeiorchester als größte Formation der Polizei-Musik im Saarland (30 Musiker) wird aufgelöst. Übrig bleibt die Bigband der Polizei (20 Angehörige, künftig 21), die sich aus Musikern des Orchesters rekrutiert. „Zum geplanten Stichtag 1. Juli 2019 wird es kein Polizeiorchester in der bisher bestehenden Form mehr geben und das LPP 17 ausschließlich aus einer Polizei Big Band bestehen“, teilte das Innenministerium auf Anfrage der SZ mit. Die derzeit vakante und nur kommissarisch besetzte Stelle als Leiter der Big Band ist gerade ausgeschrieben.

Die Hälfte der Musiker sind Angestellte, die andere Hälfte Polizeibeamte, die aber auch bei der Sicherung der Schulwege helfen oder bei Fußballspielen, Demos und Umzügen im Einsatz sind. Den Musikern, die aufgrund ihres Instrumentes in einer Big Band keine Verwendung mehr finden, sollen laut Innenministerium andere Jobs im Landespolizeipräsidium angeboten werden.



Ziel der Umstrukturierung sei es, die „Spielfähigkeit des LPP 17 (als Big Band) dauerhaft mit eigenem Personal zu sichern und einen stabil aufgestellten Musikbetrieb für die nächsten Jahre zu gewährleisten“, erklärte das Ministerium. Die Spielfähigkeit des Polizeiorchesters sei in den vergangenen Monaten nur noch durch den „Zukauf“ externer Dienstleistungen gewährleistet worden.

Da in der Big Band weniger Musiker und Instrumente erforderlich seien, könnten die künftig benötigten Instrumente grundsätzlich mit eigenem Personal bedient werden. Dies bedeute zum einen mehr Planungssicherheit für den Spielbetrieb. Zum anderen würden den Musikern der Big Band aber auch bessere Arbeitsbedingungen ermöglicht. Den angestellten Musikern, die bisher mit einer halben Stelle in der Entgeltgruppe E6 (Vollzeit: 2332 bis 2954 Euro) beschäftigt waren, könnten nun zusätzliche halbe Stellen im Landespolizeipräsidium angeboten werden, zum Beispiel als Ermittlungshelfer.