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Polizei vermutet Eltern des toten Säuglings bei Kleinblittersdorf

Saarbrücken. Bei der Suche nach den Eltern des in der vorigen Woche in Kleinblittersdorf gefundenen toten Säuglings konzentriert sich die Polizei jetzt auf die Ortsbewohner. Die Ermittler vermuten, dass Mutter beziehungsweise Vater in einem Umkreis von drei bis fünf Kilometern um den Fundort des Säuglings wohnen. jos

Dafür sprächen Erfahrungswerte von Fallanalytikern aus Nordrhein-Westfalen, die in den zurückliegenden zwölf Jahren bundesweit rund 200 solcher Fälle untersucht hatten, teilte Polizeisprecher Georg Himbert mit.

In der kommenden Woche sollen Beamte Flugblätter an die Kleinblittersdorfer verteilen. Darauf heißt es: "Aus vergleichbaren Fällen, bei denen ein Neugeborenes ums Leben kam, ist bekannt, dass diese Mütter oft die Schwangerschaft verdrängen oder verleugnen, von dem Geburtsgeschehen überrascht werden und sich, wie vielleicht die Mutter des noch namenlosen Babys auch, in einer ausweglosen Situation sehen." Die Polizei wolle damit den Kindseltern die "Möglichkeit eröffnen, die Umstände des Geschehens aus ihrer persönlichen Sicht darzustellen", so Himbert. Aufschlüsse erhofft sich die Polizei auch von den Ergebnissen der DNA-Analysen, die an dem Säugling und einem in unmittelbarer Nähe gefundenen Geschirrtuch vorgenommen wurden. Die Ergebnisse sollen nächste Woche vorliegen. Gerichtsmedizinern zufolge hat das Kind nur wenige Minuten bis maximal zwei Stunden gelebt. Die Polizei ist bislang 25 Spuren nachgegangen - ohne Erfolg.

Hinweise an die Polizei unter Tel. (06 81) 9 62-29 33.