| 20:19 Uhr

Saarbrücker Innenstadt
Polizei setzt Ermittlungsgruppe ein

Serie von Gewalttaten beschäftigt die Saarbrücker Polizei.
Serie von Gewalttaten beschäftigt die Saarbrücker Polizei. FOTO: dpa / Friso Gentsch
Saarbrücken. Die Beamten untersuchen die Hintergründe von vier Gewalttaten in der Saarbrücker Innenstadt. Von Daniel Kirch und Nora Ernst
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Nach einer Serie von Gewalttaten in der Saarbrücker Innenstadt soll nun eine Ermittlungsgruppe der Polizei die Hintergründe und einen möglichen Zusammenhang der Delikte erhellen. Zu dem Team, das Zeugen und Tatverdächtige vernehmen wird, gehören mehrere Beamte des Kriminaldienstes der Polizeiinspektion St. Johann, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Die Ermittler gehen inzwischen von zwei unterschiedlichen Tatkomplexen aus.


Der erste Tatkomplex umfasst drei Taten, bei denen die Ermittler vermuten, dass diese im Zusammenhang stehen, weil zum Teil die gleichen Personen an den Übergriffen beteiligt waren:

Sonntag, 18. November: Angriff auf zwei Afghanen aus einer Menschenmenge heraus mit Faustschlägen und Fußtritten in der Kaiserstraße. Die Täter flohen unerkannt.



Sonntag, 18. November: Angriff von 15 bis 20 Personen auf ein Shisha-Café in der Dudweiler Straße. Die gläserne Front des Ladens wurde zerstört, mehrere Stühle und Tische wurden umgeworfen, ein Mitarbeiter des Cafés erlitt Verletzungen. Auch hier gelang den Tätern unerkannt die Flucht.

Montag, 19. November: Angriff auf zwei Afghanen im Bereich Bahnhofstraße/Futterstraße. Drei afghanische Tatverdächtige im Alter von 15, 16 und 19 wurden vorläufig festgenommen.

Der zweite Tatkomplex umfasst eine Schlägerei in der Großherzog-Friedrich-Straße am Mittwoch, 21. November. Drei  junge Männer meldeten sich später bei der Polizei als Opfer, einer blutete im Gesicht, ein anderer hatte Schnittverletzungen am Arm. Sie beschuldigten einen vorbestraften 20-jährigen Afghanen, der festgenommen, dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. „Es gibt nach derzeitigem Ermittlungsstand keine konkreten Hinweise darauf, dass der 20-jährige Afghane, der am Mittwoch durch die Polizei vorläufig festgenommen wurde, auch an den beiden Vorfällen am Sonntag beteiligt war“, sagte ein Polizeisprecher.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Rudolf Müller sprach gestern von „unmöglichen Zuständen“ in Saarbrücken: „Es schleicht sich ein Bandenkrieg heran, darüber hinausgehend irgendwann ein Bürgerkrieg.“