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Pläne für alte Grube in Jägersfreude reifen

Jägersfreude. Ein Blick in die Denkmalliste des Saarlandes ist nicht nur für Fachleute interessant. Hier kann auch der Laie einsehen, was an alten Gebäuden im Land noch schützenswert ist (www.saarland.de/denkmal.htm). So taucht dort das "Ensemble Grube Jägersfreude" auf Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann

Jägersfreude. Ein Blick in die Denkmalliste des Saarlandes ist nicht nur für Fachleute interessant. Hier kann auch der Laie einsehen, was an alten Gebäuden im Land noch schützenswert ist (www.saarland.de/denkmal.htm). So taucht dort das "Ensemble Grube Jägersfreude" auf. Und genau darum geht es der Dudweiler Geschichtswerkstatt, die anhand der aktuell gültigen Liste ein paar Missverständnisse ausgeräumt haben möchte. Wie berichtet, ist die Landeshauptstadt Saarbrücken dabei, das Gelände vom Grundstückseigentümer, der RAG Aktiengesellschaft, zu erwerben. Die Kaufverhandlungen neigen sich dem Ende entgegen. Die Stadt will das Grubenareal, das über eine hervorragende Verkehrsanbindung an die A 623 über den Pfeifershofweg verfügt, zum Forschungs- und Entwicklungsstandort machen - zu einem "weißen Energie-Standort" mit Solar- und Windkraftunternehmen und sonstigen alternativen Energieträgern. Auch die Ansiedlung von Einrichtungen zur Produktion und Erforschung alternativer Fahrzeugantriebe wird in Betracht gezogen (SZ vom 22. Oktober).Zum Abriss freigegeben - auch vom Landesamt für Denkmalschutz - sei neben anderen Gebäuden auf dem Grubengelände die architektonisch interessante Kompressorenhalle, hieß es bereits im Juni 2008 vonseiten der RAG Immobilien GmbH, die im Auftrag des Noch-Eigentümers vor Ort agierte. Und genau diese Aussage macht der Dudweiler Geschichtswerkstatt Kummer. Sie beruft sich auf die eingangs erwähnte Denkmalliste, die neben dem unter Schutz stehenden Verwaltungsgebäude und der Waschkaue auch "Kompressorengebäude und Zentralwerkstatt" sowie das "Doppelfördermaschinenhaus bei Schacht II" auflistet. Was ist nun richtig, fragen die Mitglieder der Geschichtswerkstatt. Nachdem Dudweiler mitsamt Jägersfreude sozusagen die Wiege des saarländischen Bergbaus gewesen sei, seien heute leider nur noch ganz wenige bauliche Relikte aus dieser Zeit vorhanden. Das Ensemble in Jägersfreude stellt aus Sicht der Leute, die die Historie aufarbeiten und dokumentieren, "den in unserem Bereich letzten Bestand eines noch deutlich sichtbaren geschlossenen Grubenareals dar, der erhalten werden sollte" - wenn auch die Fördertürme fehlen. Auf SZ-Anfrage erklärt die Stadt Saarbrücken, dass seit einigen Wochen eine Arbeitsgruppe ("Workshop"), die sich aus Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes und der Wirtschaftsförderung rekrutiere, über die künftige Nutzung berate. Und auch darüber, was mit den Gebäuden geschieht. Im Übrigen ist vom Land zu erfahren, dass die Denkmalliste, die auch die von der Geschichtswerkstatt genannten Gebäude auflistet, noch immer Gültigkeit besitzt. An ihr werde auch nicht gerüttelt. Von einem Experten in Sachen Denkmalpflege ist überdies zu erfahren, dass vor allem der architektonisch interessanten Kompressorenhalle möglicherweise eine ganz neue Bedeutung zukommen könnte, wenn die Pläne zur Verkehrserschließung stehen.