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Piazolo fordert Länder zur Zusammenarbeit bei Bahnstrecke auf

Homburg. Eine Inbetriebnahme der stillgelegten Bahnstrecke nach Zweibrücken würde etliche Millionen Euro kosten. OB-Kandidat Piazolo ist dennoch überzeugt davon, dass das Projekt länderübergreifend umzusetzen ist. red

Der grüne Oberbürgermeister-Kandidat der "Allianz der Vernunft", Marc Piazolo, ist derzeit beruflich in Südafrika (wir berichteten). Vor dort erreicht uns eine Mail von ihm zur aktuell wieder aufflammenden Diskussion um die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken. Darin schreibt Piazolo: "Nach der beeindruckenden Bürgerbeteiligung an der Unterschriftenaktion des Vereins zur Förderung des Schienenverkehrs (6500 Befürworter in kurzer Zeit) ist jetzt die einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen den Landesregierungen gefragt." Bei teuren Infrastrukturprojekten in der Region (Flughafen, S-Bahn) und auf kommunaler Ebene (Schwimmbäder) machten die knappen öffentlichen Kassen eine enge Abstimmung zwischen den Gebietskörperschaften unumgänglich. Künftig sei der Ausbau der Infrastruktur immer öfter gemeinsam zu realisieren. "Dies gilt erst recht, wenn der Bund, wie im Falle der S-Bahn Reaktivierung, eine substanzielle finanzielle Beteiligung in Aussicht stellt."

Die politische Unterstützung müssten laut OB-Kandidat eigentlich stehen. Beide Städte und der Saarpfalz-Kreis unterstützten die S-Bahn-Verlängerung, und die zuständigen Landesminister Heiko Maas und Roger Lewentz gehörten derselben Partei an. Unter Jamaika habe die ehemalige Umweltministerin Simone Peter zusammen mit Rheinland-Pfalz ein Gutachten zum Kosten- Nutzen-Verhältnis auf den Weg gebracht. Diese sage: "Für die Strecke setze ich mich auch als Landtagsabgeordnete weiterhin ein, allerdings mit dem Hinweis darauf, dass Rheinland-Pfalz sich hier nicht aus der Verantwortung ziehen kann", so Simone Peter.

Allerdings: Die Finanzierung sei der eigentliche Knackpunkt bei der Umsetzung des Projektes, urteilt der Ökonom Piazolo. Dabei müsse man zwischen den Investitionen in die Strecke, wie Schienen, Untergrund und Haltestellen (geschätzte acht bis zwölf Millionen), und den jährlichen Betriebskosten unterscheiden. Die noch ausstehende Machbarkeitsstudie werde das Fahrgastpotenzial mit den anfallenden Betriebskosten abschätzen. Bei den Kosten sei Rheinland-Pfalz gesprächsbereit. "Aus Sicht Homburgs wäre ein kleineres jährliches Defizit durchaus akzeptabel," so der OB-Kandidat. Der Hauptbahnhof Homburg gewinne an Attraktivität. Zudem komme es zu einer Verkehrsentlastung auf der B 423. "Natürlich ist sicher zu stellen, dass die Abstimmung zwischen der S-Bahn und dem Regio-Bus R7 gelingt", so Piazolo.