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Peter Scholl-Latour: "Das Saarland liegt mir am Herzen"

 Peter Scholl-Latour in der Völklinger Hütte. Foto: Bilderwerk
Peter Scholl-Latour in der Völklinger Hütte. Foto: Bilderwerk
Berlin. Millionen kennen ihn: Doch nur wenige wissen, dass Peter Scholl-Latour, Jahrgang 1924, der jahrzehntelang aus den Krisengebieten Asiens und des Orients berichtete und für seine Fernseh-Reportagen vielfach ausgezeichnet (Goldene Kamera; Siebenpfeifer Preis, Adolf Grimme Preis, u.a.m.) wurde, seine journalistische Karriere in Saabrücken begann Von SZ-Mitarbeiter Dieter Gräbner

Berlin. Millionen kennen ihn: Doch nur wenige wissen, dass Peter Scholl-Latour, Jahrgang 1924, der jahrzehntelang aus den Krisengebieten Asiens und des Orients berichtete und für seine Fernseh-Reportagen vielfach ausgezeichnet (Goldene Kamera; Siebenpfeifer Preis, Adolf Grimme Preis, u.a.m.) wurde, seine journalistische Karriere in Saabrücken begann. Und zwar 1948 als Volontär bei der Saarbrücker Zeitung. In Berlin ist er zwischen zwei Terminen für ein Fernseh-Interview und einem Gespräch über ein neues Buchprojekt für die Saarbrücker Zeitung telefonisch zu erreichen. Gerne erinnert er sich an seine Saarland-Zeit, "auch wenn das turbulente Zeiten waren. Meine Familie väterlicherseits stammt aus Bildstock und Wadern, meine Mutter aus dem Elsas. Und so kam ich 1948 nach einem Militäreinsatz aus Indochina - ich hatte mich freiwillig zu den französischen Fallschirmjägern gemeldet - zurück ins Saarland, das damals unter französischer Verwaltung stand. Ich wohnte in Wadgassen und fuhr jeden Tag mit dem Zug hin und her." Scholl-Latour studierte in Paris, kam 1954 zurück ins Saarland - und zwar als Regierungssprecher des damals amtierenden Ministerpräsidenten Johannes "Joho" Hoffmann, der mit dem Saar-Statut versuchte, das Saarland auf einen europäischen Sonderweg zu führen. "Das war zu früh", sagt Scholl-Latour heute. "Das musste scheitern. Meine Aufgabe war es, den Kontakt zu den ausländischen Journalisten zu halten. Als Ausländer galten auch die aus der Bundesrepublik."


Für die Saarbrücker Zeitung machte er auch seine ersten Reportagereisen, vor allem in den Vorderen Orient und lernte die arabische Hochsprache an der Universität in Beirut.

Die Landesregierung ernannte ihn nach einem Vorschlag der SHS-Foundation ("Saarländer helfen Saarländern") zum Saarlandbotschafter: "Immer noch, seit 1948, bin ich Mitglied des saarländischen Journalistenverbandes. Mein Sohn Roman wurde in Saarbrücken-Fechingen geboren. Das Saarland liegt mir am Herzen." Über seine Aufgabe als Botschafter sagt er: "Im Zuge der Ausweitung Europas droht das Kernland des Abendlandes, nämlich Deutschland und Frankreich, an Bedeutung zu verlieren. Das Saarland als Bindeglied zwischen den beiden Nachbarn hat die Aufgabe, den alten Schwerpunkt des Kontinents zu verdeutlichen. Daran will ich mitarbeiten." > Serie wird fortgesetzt