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Neunkircher Zoo
Tierschützer kritisieren Pavian-Gutachten

Kaum Fell, hängende Unterlippe: Mit 30 Jahren ist er der älteste Pavian in Neunkirchen.
Kaum Fell, hängende Unterlippe: Mit 30 Jahren ist er der älteste Pavian in Neunkirchen. FOTO: Marc Prams
Neunkirchen. Die Tierschützer von Peta zweifeln das Expertenurteil zur Haltung der Paviane im Neunkircher Zoo an. Sie sprechen von einem „Gefälligkeitsgutachten“. red

Vergangene Woche stellte das Saar-Umweltministerium eine Expertise des Primatenforschers Franz-Josef Kaup vor, das den Zoo Neunkirchen in der Debatte um die Haltung seiner über 100 Paviane entlastet. Tierschutzverbände und der Landestierschutzbeauftragte Hans-Friedrich Willimzik sahen vor allem wegen des zu kleinen Innengeheges Verstöße gegen die artgerechte Tierhaltung.


Die Tierschutzorganisation Peta bezeichnet die Expertise nun als „Gefälligkeitsgutachten“ und kritisiert die Wahl des Gutachters. „Es ist kaum verwunderlich, dass Kaup im Zoo Neunkirchen keinen Handlungsbedarf sieht – er verantwortete Tierversuche, bei denen Affen mit Krankheiten infiziert, getötet, aufgeschnitten und dafür in Laboranlagen gehalten wurden“, so Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta. Laut der Tierschutzorganisation war Kaup bis 2017 als Leiter der Abteilung Infektionspathologie am Göttinger Primatenzentrum für Forschungsprojekte verantwortlich, bei denen Affen mit Tuberkulose infiziert wurden. Das Ministerium hätte einen neutralen Gutachter wählen müssen, so Peta.