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Trauerfeier für Roland Henz
Persönlicher Abschied von Roland Henz

Bei der Trauerfeier für OB Roland Henz. Unter den Trauergästen waren auch der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz (Bildmitte) und die saarländischen Ministerinnen und Minister Monika Bachmann, Ulrich Commerçon und Anke Rehlinger (vordere Reihe von links).
Bei der Trauerfeier für OB Roland Henz. Unter den Trauergästen waren auch der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz (Bildmitte) und die saarländischen Ministerinnen und Minister Monika Bachmann, Ulrich Commerçon und Anke Rehlinger (vordere Reihe von links). FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. Zahlreiche Politiker und Saarlouiser haben ihrem Oberbürgermeister die letzte Ehre erwiesen. Von Johannes Werres

In einem Trauergottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Ludwig am Freitag in Saarlouis haben Politiker den im Alter von 67 Jahren gestorbenen Oberbürgermeister von Saarlouis, Roland Henz, gewürdigt. Dabei stand der Mensch Roland Henz im Vordergrund der Ansprachen. So würdigte der SPD-Bundesvorsitzende Martin Schulz, der Sozialdemokrat Henz sei trotz seiner Ämter „im Grunde ein einfacher Genosse geblieben, der sich auf Titel nichts eingebildet hat“. Das verlange „ein Höchstmaß an Selbstrücknahme“, wie sie Henz ausgezeichnet habe und ihn „zum Vorbild“ mache.



Der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas bekannte, dass mit Roland Henz sein bester Freund gestorben sei. Henz habe Saarlouis ein „anderes Gesicht gegeben, attraktiver, sympathischer“. Besser als in einem Beispiel von Maas ließ sich Henz als OB nicht charakterisieren: Kürzlich, sagte Maas, habe er den chinesischen Justizminister nach Saarlouis gebracht. Drei Stunden Programm habe ihm Henz geboten. „Danach hielt der Chinese Saarlouis für eine der wichtigsten Städte Europas und wollte wissen, ob man hier noch Grundstücke kaufen könne. So war Roland.“ Da musste die Trauergemeinde trotz ihrer Beklommenheit lachen. Auch das passte zu Henz, dem die Saarlouiser Bürgermeisterin Marion Jost bescheinigte, seine „Lebenslust und seine Freude waren ansteckend“. Henz sei ein „streitbarer Geist“, er habe aber „nie die Tür ganz zugeschlagen“. Die „Sprache der Bürger war auch seine Sprache. Jost zitierte, was der langjährige französische Honorarkonsul Michel Bouchon in das Kondolenzbuch geschrieben habe: Er sei froh, an der Seite von Roland Henz gewesen sein zu dürfen und zu zeigen, dass die deutsch-französische Freundschaft Sinn habe. Der katholische Pfarrer Frank Kleinjohann sagte, Henz habe „dem antiquierten Begriff Stadtvater eine neue Bedeutung gegeben“.