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Bildung
Peinlicher Fehltritt

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Zahlen kann man mal verwechseln. Das passiert. Doch selbst wenn Bildungsminister Ulrich Commerçon mit seinen Zahlen recht behalten hätte, war es unmöglich, ein Lehrerkollegium so zu brüskieren: Sie wüssten wohl Prozentzahlen nicht von absoluten Zahlen zu unterscheiden. Ein peinlicher Fauxpas sondergleichen. Und was wäre das im Übrigen für ein Bildungsminister, der solche Lehrer einstellt? Tatsächlich aber hat man im Bildungsministerium bei der Zusammenstellung der Zahlen geschlampt. Von Oliver Schwambach
Oliver Schwambach

Doch so merkwürdig das klingt: Man kann Commerçon sogar verstehen, dass er erstmal lospolterte. Ackert dieser Herzblut-Bildungspolitiker doch wie kaum einer vor ihm in diesem Ministerium. Er drängt auf Veränderung, Verbesserung. Was aber zwangsweise bedeutet, dass den Schulen viel aufgebürdet wird. Vom Ausbau der Ganztagsschule über Inklusion bis zur Integration von Flüchtlingskindern reicht mittlerweile das Pflichtenheft. Wozu man jedoch, so banal ist das, deutlich mehr Lehrer und Schulsozialarbeiter bräuchte. Da aber stößt auch ein Bildungsminister an Grenzen, wenn die Landesregierung, der er angehört, vor allem Sparen als Staatsräson begreift.