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„Passiert ist bisher überhaupt nichts“

Kanal verstopft – Wasser und Schlamm suchen sich in der Straße „In der Schank“ ihren eigenen Weg.
Kanal verstopft – Wasser und Schlamm suchen sich in der Straße „In der Schank“ ihren eigenen Weg.
Schwemlingen. Der SPD-Fraktionschef im Schwemlinger Ortsrat ist sauer. Seit Jahren macht er auf die unbefriedigende Abwassersituation im Bereich „Im Tiergarten“ aufmerksam. Die Stadt kümmere sich nicht darum, klagt Graf. Von SZ-Redaktionsmitglied Laura Blatter

Für Günter Graf ist das Maß voll. Seit Jahren macht der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Schwemlinger Ortsrat nach eigenem Bekunden die Stadt Merzig auf eine für ihn nicht zufrieden stellende Abwassersituation auf dem Gemeindegrundstück im Bereich "Im Tiergarten" - im Volksmund unter dem Namen "Gründchen" bekannt - aufmerksam. Dieses grenzt an die Straße "In der Schank" - und direkt an das Baugrundstück der Erbengemeinschaft Graf-Sier, zu der auch Günter Graf gehört.

Beim letzten Unwetter vor etwas über vier Wochen habe sich die Situation noch verschlimmert. "Doch die Stadt kümmert sich einfach nicht ausreichend darum", beklagt der 71-Jährige. Das Problem: Über das 2750 Quadratmeter große Gemeindegrundstück wird die gesamte Wiesenfläche "Gründchen" - darunter auch mehrere Hektar landwirtschaftlich genutztes Privatgelände - entwässert. Ein von Bäumen gesäumter Graben leitet das Wasser vom Berg herunter in einen 40 Zentimeter breiten, ummauerten Kanal. "Vor etwa 20 Jahren wurde allerdings ein Sandfang davor gebaut. Dieser soll das Geröll und die Äste, die von oben runtergeschwemmt werden, auffangen und das Wasser am Sandfang vorbei in den Kanal leiten", erklärt Graf. Allerdings sei dieser bei Regen so schnell mit Schlamm und Gehölz verstopft - so auch bei besagtem Unwetter vor vier Wochen - , dass das Wasser an der gesamten Konstruktion vorbei direkt auf die Straße "In der Schank" und in die anliegenden Häuser fließe. Bisher seien die Anwohner glimpflich davongekommen, es habe nur geringe Schäden gegeben, sagt Graf. Doch fürchte man, dass das in Zukunft auch schlimmer ausgehen könne.

Zudem schildert Graf ein weiteres Problem: "Der Sand, der mitgespült wird, lagert sich auf dem Grundstück ab. Dieses liegt jetzt schon etwa 40 Zentimeter höher als der Gehweg. Und es wird bei jedem Regen mehr." Die Mauer, die das anliegende Baugrundstück der Erbengemeinschaft eingrenzt, sei linksseitig mittlerweile komplett mit Grund verdeckt. "Das Baugrundstück verliert dadurch auch an Wert", gibt Graf zu bedenken.

Dass hier seitens der Stadt etwas getan werden muss, bestätigt auch Carlo Behr, Anwohner der Straße "In der Schank". "Da müsste einfach zwei Mal im Jahr der gesamte Graben von Ästen und Geröll gereinigt werden. Da wäre so einfach geholfen." Und Graf fügt hinzu: "Was hier gemacht werden muss, ist nicht mit großen Kosten verbunden. Die Stadt muss ihre Abwasseranlage in Ordnung halten und eine Lösung schaffen, dass das Wasser hier richtig einläuft." Doch es passiere einfach nichts: "Hier wird nur ein Mal im Jahr gemäht und nach dem Rechten geschaut. Das Geröll vom letzten Unwetter liegt noch immer da", beklagt Günter Graf. Vor rund drei Jahren seien im Kurvenbereich des Grabens immerhin Wassersteine verlegt worden, "damit dort nicht noch mehr Sand abgetragen wird", wie Graf erklärt.

In den letzten zehn Jahren soll es nach seinen Angaben "mindestens drei Ortsbegehungen" gegeben haben. Bei der letzten Ende Mai 2012 sei auch Bürgermeister Fredi Horf dabei gewesen. "Da hatte die Stadt auch eingesehen, dass was gemacht werden muss. Passiert ist bisher überhaupt nichts", beklagt Graf. Der SPD-Fraktionschef hat das Problem auch in der Ortsratssitzung am 3. Juli auf die Tagesordnung gebracht. "Ich habe einen Antrag gestellt, dass trotz Ferienzeit kurzfristig ein neuer Ortstermin mit der Stadt vereinbart wird", erzählt der 71-Jährige. Allerdings habe die Stadt ihm bis jetzt noch keinen neuen Termin mitgeteilt.Auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung teilte die Stadt Merzig mit, dass die von Günter Graf geschilderte Problematik der Stadtverwaltung bekannt sei. "Bei Starkregenereignissen wie letztmalig am 20. Juni 2013 stoßen die technisch möglichen Maßnahmen an ihre Grenzen", heißt es in der Stellungnahme. Zudem benennt die Stadt ein "weiteres Problem": Bei starkem Regen würden auch von Grundstücken, die nicht der Kreisstadt gehören, Äste, Sand und Bauschutt weggeschwemmt und "dem Graben auf städtischem Grund und Boden zugeführt". Dadurch verschärfe sich die Situation noch, heißt es weiter.

Bei der Ortsbegehung mit Bürgermeister Fredi Horf im vergangenen Jahr habe die Stadt festgestellt, "dass die angelandeten Sandmassen entfernt werden müssen, was auch geschehen ist". Außerdem sei nach dem Termin vereinbart worden, dass die Stadt über das Jahr folgende Arbeiten verrichten wird: Es soll drei Mal gemäht werden und "der begeh- und bearbeitbare Grundstücksbereich" permanent überwacht und gereinigt werden.

Um die Problematik zu entschärfen, wolle die Stadt außerdem "den bereits vorhandenen Sandfang vergrößern, einen zusätzlichen Einlauf in der Tiefstelle verrichten" und die "Unterhaltungsintervalle bei den Kanälen im betroffenen Bereich" erhöhen. In der Stellungnahme beziffert die Stadt die dafür anfallenden Kosten auf 25 000 Euro.

Vorbei an der ganzen Konstruktion fließt das Wasser. Fotos: Graf
Vorbei an der ganzen Konstruktion fließt das Wasser. Fotos: Graf