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Palma de Saarland

Saarbrücken. Am Saarbrücker Staden liegt der Duft von Sonnenöl in der Luft, die Eiscafés in der Innenstadt sind berstend voll und die Menschen zieht es nach draußen in die Sonne - viele aber auch in den Schatten, denn es ist heiß an diesem Montag. "So heiß wie noch nie an einem 25. Mai", sagt Martin Jonas, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst Von SZ-Mitarbeiterin Karoline Maria Roos

Saarbrücken. Am Saarbrücker Staden liegt der Duft von Sonnenöl in der Luft, die Eiscafés in der Innenstadt sind berstend voll und die Menschen zieht es nach draußen in die Sonne - viele aber auch in den Schatten, denn es ist heiß an diesem Montag. "So heiß wie noch nie an einem 25. Mai", sagt Martin Jonas, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Seit 1948 betreibt der Deutsche Wetterdienst die Messstation in Saarbrücken-Burbach. "Bisher wurde der höchste Wert an einem 25. Mai im Jahr 1953 gemessen. 31,8 Grad waren es damals", so Jonas. Gestern um 13 Uhr meldete die Messstation in Burbach: 28,4 Grad. Um 17 Uhr war der Rekord von 1953 mit 32,7 Grad dann getoppt. Hoch Yvonne pumpte kräftig feuchte und warme Luft nach Süddeutschland. "Diese Werte sind ungewöhnlich hoch für den Monat Mai", meint Jonas.


Ob uns nun auch ein extrem heißer Sommer bevorsteht, etwa wie der unvergessene Supersommer 2003, "darüber kann nur spekuliert werden." Auch ob die Hitze etwas mit dem gefürchteten Klimawandel zu tun hat, konnte Jonas nicht mit Sicherheit beantworten. "Ein einzelner heißer Tag reicht nicht aus um einen Trend zu errechnen, aber innerhalb der vergangenen 100 Jahre sind sieben der zehn wärmsten Sommer in den letzten zehn Jahren aufgetreten."

Heute ist es mit der extremen Hitze auch schon wieder vorbei. Nur 23 bis 25 Grad sind nach Angaben von Jonas zu erwarten. Für den Körper sind diese Temperaturen weitaus erträglicher. Und auch die saarländischen Schüler werden aufatmen, denn die haben seit drei Jahren nichts mehr von den hohen Temperaturen. "Der Hitzefrei-Erlass wurde 2006 aufgehoben", so Torsten Rott vom saarländischen Kultusministerium. Seitdem gilt: Wenn das Thermometer um zehn Uhr morgens bereits 23 Grad im Schatten zeigt, sollen in den Klassenstufen eins bis zehn nach der vierten Stunde keine Klassenarbeiten mehr geschrieben werden. Außerdem bekommen die Schüler keine Hausaufgaben für den nächsten Tag. Wenigstens etwas.