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Zweibrücken
Ortsvorsteherin: Esel-Plan ist keine Fantasterei

Mörsbach. In Mörsbach sollen noch 2018 die ersten Tiere Karren mit Menschen durch die Pfalz ziehen. Zwei Esel sollen den Anfang machen. Von Mathias Schneck

Die Ortsvorsteherin des Zweibrücker Stadtteils Mörsbach, Susanne Murer, ist guter Dinge, dass schon bald die ersten Esel als neue Besuchermagnete eingesetzt werden können. „Diese Attraktion könnte schon dieses Jahr starten“, sagte Murer. „Wir suchen derzeit Esel, und zwar deutschlandweit. Aus dem Ausland wollen wir keine importieren, das wäre zu kompliziert, unter anderem wegen Quarantäne-Vorschriften“, erklärte die Grünen-Politikerin. Bei ihrem Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag hatte die Ortsvorsteherin von ihrem Ziel berichtet, die Esel Karren mit Menschen darauf ziehen zu lassen und so Einwohnern und Besuchern eine besondere Attraktion zu bieten (wir berichteten).


Bei ihren Plänen handele es sich um keine Fantasterei. Die Lokalpolitikerin ist davon überzeugt, dass die ersten Esel schon bald durch Mörsbach laufen. „Wir wollen mit zwei Eseln starten – einem Männchen und einem Weibchen. Die Tiere kosten ja Geld, deswegen wollen wir selber in die Zucht einsteigen.“ Zwei Esel seien bereits in der Lage, einen Karren mit vier bis fünf Personen zu ziehen, ohne überfordert zu werden. Natürlich brauche der Führer, der die Esel leite, einen Personenbeförderungsschein, ferner sei eine Versicherung erforderlich. Aber das sei alles machbar. „Diese Bürokratie wird uns vermutlich mehr Arbeit machen als die reine Beschaffung der Tiere“, mutmaßt die Grüne. Die Esel, bekannt als gutmütige Wesen, sollten die Karren nicht im Schweinsgalopp durch den Ort ziehen, es gehe um Gemütlichkeit und Spaß.

Das Vorhaben mit den Eseln soll eingebettet werden in das Projekt Arche-Dorf, eine Einrichtung, die vom Aussterben bedrohte Tiere hält. Ihr sei bekannt, dass Mörsbach jede Menge Formalien zu beachten hat. Murer: „Wir müssen zuerst einen Verein gründen. Dann muss dieser Verein mindestens ein halbes Jahr existieren, ehe man die Anerkennung als Arche-Dorf bekommt. In dem Arche-Dorf müssen dann mindestens zwei vom Aussterben bedrohte Tierarten gehalten werden.“ Es dürften aber auch andere, nicht vom Aussterben bedrohte Tierarten dort leben.



Daher müssten die Esel nicht zwangsläufig aus einer bedrohten Rasse stammen. Eine weitere Vorgabe für das Arche-Dorf sei, dass mindestens vier Höfe als Kooperationspartner mitmachen, so dass alles breiter aufgestellt ist. Murer weist daraufhin, dass sie „bereits zwei Zusagen von Höfen in Mörsbach“ hat, mit weiteren Höfen liefen noch Gespräch.