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Ortsrat Mitte gegen große Wohngebäude

St. Ingbert. Der Ortsrat St. Ingbert-Mitte hat sich auf seiner Sitzung am Montagabend dagegen ausgesprochen, die bestehenden Bebauungspläne in der Ensheimer Straße auf Höhe des Sengscheider Wegs und der "verlängerten Purrmannstraße" zu verändern Von SZ-Redakteur Michael Beer

St. Ingbert. Der Ortsrat St. Ingbert-Mitte hat sich auf seiner Sitzung am Montagabend dagegen ausgesprochen, die bestehenden Bebauungspläne in der Ensheimer Straße auf Höhe des Sengscheider Wegs und der "verlängerten Purrmannstraße" zu verändern. Wenngleich ein Stadtplanungsbüro in der Sitzung erläuterte, dass auch der Bau größerer Wohneinheiten als bislang erlaubt alle rechtlichen Vorgaben einhalten würde, gab es bei zwei Abstimmungen nur eine Enthaltung (Grüne). Alle anderen Ortsratsmitglieder votierten dafür, eine Bebauungsplanänderung nicht weiter zu betreiben.



Uli Meyer, CDU, äußerte sich zur Idee eines Mehrfamilienhauses in der Purrmannstraße eindeutig: "Was geplant ist, ist das falsche Gebäude am falschen Ort. In dieser Wohnbebauung ist das zu massiv." Warum, fragte er weiter, solle man ein intaktes Wohngebiet in Probleme stürzen? Wolfgang Blatt, SPD, stimmte zu: "Wir sollten die Interessen der Anwohner stärker berücksichtigen als die eines einzelnen Unternehmers." Über ein Dutzend Anwohner und Eigentümergemeinschaften hatten sich im Beteiligungsverfahren gegen die Änderung des Bebauungsplans ausgesprochen.

Ähnlich sah es im Fall der Ensheimer Straße Richtung Stiefel-Kreisel aus. Auch dort haben Anwohner und eine Grundstücksverwertung gegen die Pläne Einspruch erhoben. CDU-Ortsrat Meyer sah es zudem vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung als fraglich an, ob an der viel befahrenen Straße der richtige Ort für drei größere Gebäude sei. Sein Fraktionskollege Pascal Rambaud fügte hinzu: "Das entscheidende Argument ist unserer Meinung nach, eine unnötige massive Verdichtung in der Stadt zu vermeiden." Bebauungspläne sollten nicht zu Gunsten von Investorenwünschen zurechtgeschneidert werden. Rambaud zweifelte eine große Nachfrage nach diesen Wohnungen an.

Hans-Peter Broschart, im Rathaus für Stadtentwicklung zuständig, widersprach: "Wenn es keine Nachfrage gebe, würden die Bauträger das nicht angehen." Er brachte ins Spiel, dass dort verkehrsgünstig gelegen moderne Wohnungen entstehen könnten. Ziel der Stadt sei es, Baulücken zu schließen und nicht weiter auf die grüne Wiese zu bauen. Den Verwurf, auch in der Ensheimer Straße würden zu massiv gebaut, wo der Bebauungsplan bislang Reihenhäuser erlaube, versuchte er zu entkräften. Es ginge schließlich um drei einzelne Häuser, die den Anliegern im Sengscheider Weg auch einen gewissen Lärmschutz schaffen würden. Die Ortsräte konnte er damit nicht überzeugen. Das letzte Wort hat der Stadtrat.