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Im Streit um Drogen
Opfer in Saar geworfen – Mann wegen Totschlags angeklagt

Die Feuerwehr sucht von einem Boot aus die Saar nach einem Menschen ab (Archivfoto).
Die Feuerwehr sucht von einem Boot aus die Saar nach einem Menschen ab (Archivfoto). FOTO: Matthias Zimmermann
Saarbrücken. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat am Freitag gegen den 18-Jährigen, der im April einen 16-Jährigen im Streit um Drogen, mutmaßlich erst bewusstlos geschlagen und dann in die Saar geworfen hat, Anklage wegen des Verdachts auf Totschlag erhoben. Von Dennis Langenstein

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen soll am 23. April der Angeklagte G. auf dem Leinpfad in Saarbrücken mit drei Begleitern in Höhe des Finanzamtes auf das Opfer und einen seiner Freunde getroffen sein. Dieser soll den Angeklagten auf Haschisch angesprochen haben. Nach der Übergabe soll sich der Begleiter des Opfers jedoch geweigert haben, die Drogen gleich zu bezahlen, woraufhin eine Schlägerei entstand. Laut der Ermittlungen sei das Opfer nach einem Faustschlag ins Gesicht bewusstlos zu Boden gefallen. Danach soll der Angeklagte ihn an der Kleidung hochgehoben und mindestens zweimal fest auf den Boden geschlagen haben. Letztlich soll er ihn über den Rasenstreifen zum Ufer geschleift und „den für ihn erkennbar bewusstlosen A.“ in die Saar geworfen haben, steht in der Pressemitteilung zur Anklage. Das Opfer sei laut Zeugen sofort untergegangen. Er wurde erst nach 30 Minuten geborgen, verstarb jedoch einige Stunden später. „Nach dem Stand der Ermittlungen waren hierfür die Folgen des Beinahertrinkens ursächlich“, so die Staatsanwaltschaft.


Der bisher nicht Vorbestrafte wurde noch am Tattag festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er schweigt laut Staatsanwaltschaft bisher zu den Ereignissen. Diese stützt sich daher bei ihrer Beweisführung auf Zeugenaussagen sowie auf kriminaltechnische und rechtsmedizinische Gutachten.

Aufgrund des Alters des erst 18-Jährigen müsse noch geprüft werden, ob beim Verfahren Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht angewandt wird. Beim Jugendstrafrecht drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Wird er als Erwachsener behandelt, können bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe verhängt werden, so die Staatsanwaltschaft.