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Ohne Hoffmann, ohne Punkte

Saarbrücken. In der Fußball-Oberliga bot der 1. FC Saarbrücken II dem Aufstiegsfavoriten FSV Salmrohr Paroli. Und dass, obwohl Kapitän Philipp Hoffmann zu den Profis beordert wurde. Am Ende unterlag er trotzdem mit 0:1. Von SZ-MitarbeiterAlexander Zewe

Beim Blick auf die Aufstellung fragten sich die meisten Zuschauer am Samstag im FC-Sportfeld: Wo ist Philipp Hoffmann? Der Kapitän stand bei der unglücklichen 0:1-Niederlage der U 23 des 1. FC Saarbrücken in der Fußball-Oberliga gegen den FSV Salmrohr nicht im Kader. Doch er war nicht etwa verletzt. Cheftrainer Jürgen Luginger beorderte ihn für das DFB-Pokalspiel gestern gegen Werder Bremen in den Profi-Kader. Da spielte Hoffmann sogar von Beginn an und trug seinen Teil zum 3:1-Sieg des FCS bei (siehe ). Für Hoffmann eine große Ehre, für U 23-Trainer Bernd Eichmann ein Problem. Er sagt: "Mit Philipp wäre die Partie sicher anders gelaufen."

Dennoch war der Trainer mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. "Meine Jungs haben heute super gespielt. Wir hatten ein paar sehr gute Chancen, die wir leider nicht nutzen konnten", resümiert Eichmann. In der Tat war es der FCS, der in der ersten Halbzeit trotz leichter Überlegenheit des FSV Salmrohr die besseren Chancen hatte. In der achten Minute setzte sich Jannik Schliesing allein gegen vier Gegner durch und zog aus 20 Metern ab, doch sein Schuss verpasste das Tor um Millimeter. Kurz vor der Pause hatte Nikita Dukvin Pech. Nach Vorarbeit von Schliesing überwand er den Torwart der Gäste, doch der Ball prallte an den Pfosten.

In der zweiten Halbzeit war Saarbrücken dann sogar die spielbestimmende Mannschaft, bis es in der 72. Minute hektisch wurde. Nach einem harten Foul am Saarbrücker Julian Kern erhielt Gästespieler Lars Schäfer zu Recht die Rote Karte. Salmrohrs saarländischer Trainer Patrick Klyk sah die Situation natürlich anders und beschwerte sich minutenlang beim Schiedsrichter. Nach der Partie rechtfertigte er sein Verhalten: "Wenn ich da so aufbrausend bin, ist das der Situation geschuldet: Wir bekommen eine Rote Karte, Saarbrücken spielt bärenstark. Da habe ich Angst gehabt, dass wir hier verlieren."

Doch nur drei Minuten nach dem Platzverweis war Klyks Panik verflogen. Salmrohr bekam nach einem Foul von Tobias Böhm 20 Meter vor dem Saarbrücker Gehäuse einen Freistoß, den der eingewechselte Markus Bauer zum 1:0 nutze. Da der Ball abgefälscht war, hatte Saarbrückens Torwart Michael Klink keine Chance. "Das war Pech. Das Spiel hätte auch anders ausgehen können", sagt Philipp Hoffmann, der die zweite Halbzeit von der Tribüne aus verfolgte. Saarbrücken versuchte in der Folge noch einmal alles, doch Salmrohr verteidigte die Führung.

"Ich hätte heute mit einem Punkt gut leben können. Doch auch so bin ich nicht unzufrieden, weil ich jetzt weiß, was in der Mannschaft steckt", sagt Eichmann. Auch Schliesing zieht trotz der Niederlage ein positives Fazit, denn "wer den Meisterschaftsfavoriten zu einem 50:50-Spiel zwingen kann, braucht sich vor keiner Mannschaft der Oberliga zu verstecken". Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass Philipp Hoffmann gar nicht dabei war.