| 21:15 Uhr

Ohne Geld, aber mit viel Spaß

Saarbrücken. Bei unseren französischen Nachbarn ist es schon seit langem ein beliebter Brauch, dass am 21. Juni der Sommer mit einem riesigen Musik-Fest begrüßt wird. In Dörfern und Städten, auf Straßen und Plätzen steigen kostenlose Konzerte für jedermann. Die Fête de la musique gibt es mittlerweile in vielen Ländern Europas. Und seit drei Jahren wird der 21

Saarbrücken. Bei unseren französischen Nachbarn ist es schon seit langem ein beliebter Brauch, dass am 21. Juni der Sommer mit einem riesigen Musik-Fest begrüßt wird. In Dörfern und Städten, auf Straßen und Plätzen steigen kostenlose Konzerte für jedermann. Die Fête de la musique gibt es mittlerweile in vielen Ländern Europas. Und seit drei Jahren wird der 21. Juni auch in der französischsten Stadt Deutschlands, in Saarbrücken, gefeiert. 38 Gruppen und Ensembles werden in diesem Jahr bei der Fête de la musique in Saarbrücken dabei sein. An 14 Orten finden Konzerte statt. Wir haben uns unter den Musikern umgehört, warum sie bei der Fête mitmachen. Schließlich stellt die Stadt an den verschiedenen Plätzen höchstens einen Stromanschluss, für den Rest müssen die Gruppen selbst sorgen. Und Gage gibt es auch nicht. "Wir verdanken der Fête de la musique einen der schönsten Auftritte überhaupt", berichtet Alexander Straub, Sänger der Gruppe Double A and Friends, die ab 19 Uhr an der Thalia Buchhandlung in der Bahnhofstraße auftreten wird. "Vor drei Jahren, als unsere Gruppe gerade erst wenige Monate alt war, haben wir eine kleine, improvisierte Bühne mitten auf den St. Johanner Markt gestellt." Für ihn wird dieser Auftritt unvergessen bleiben, und so ist es für ihn Ehrensache, dass Double A bei der Fête mitmacht. Damals, 2006, hat auch Renate Iffland-Klankert mit Myrddin auf dem St. Johanner Markt gespielt. Sie sagt: "Uns motiviert die tolle Atmosphäre der Fête de la musique, wir konnten an diesem Abend Leuten unsere musikalische Stilrichtung nahe bringen, die sonst nichts mit keltischer Folklore gar nichts am Hut haben. Wer plötzlich abends am St. Johanner Markt einen Dudelsack hört, der bleibt unweigerlich stehen und hört wenigstens kurz zu." Die meisten Auftritte finden unter freiem Himmel statt, doch um das Wetter braucht sich offenbar niemand zu sorgen. Denn Savoy Truffle spielt ab 18 Uhr wieder beim Fürst Ludwig am Ludwigsplatz, und Bandmitglied Zippo berichtet: "Wir mussten in zwölf Jahren Fête de la musique noch kein einziges Mal wegen widriger Witterung absagen." Juan Hernández Cruz von der Santísima Concepción bedauert, dass die Fête bei uns nicht den Stellenwert hat, wie in der "Grande Nation": "Bei unseren Nachbarn wird die Fête in etwa so intensiv gefeiert wie Silvester. Die Städte sind dann so belebt, wie wenn in Saarbrücken gleichzeitig Altstadtfest und Nauwieserfest wäre". Alexander Steinhauser, der mit Harmonizer ab 19 Uhr krachenden Rock am Bistro der Congresshalle spielt, meint: "Wir nutzen diese Gelegenheit, um ein kulturelles Statement abzugeben und um zu beweisen dass das Saarland musikalisch Ungeahntes zu bieten hat." Spaßiges hat Frank Patti von Jenny Inc im Vorjahr erlebt: "Unsere Geigerin ließ, da es sonnig und trocken war, ihren Geigenkoffer während des Konzerts offen neben ihrem Stuhl stehen. Als der Auftritt vorbei war wunderten wir uns dann doch, wie lange sie brauchte um ihre Geige wieder in dem Koffer zu verstauen - denn sie musste erst eine stattliche Summe von Euromünzen sortieren, die die Zuschauer dort deponiert hatten - so macht ohne Gage spielen natürlich auch Spaß." Dieses Mal spielt die Gruppe ihr Programm "Dunkle Schwestern" auf Big Island. al