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"Ohne die beiden wäre die Arbeit in Vereinen nicht organisierbar"

Neujahrsempfang im Pfarrheim in Winterbach: Jürgen Lennartz (Mitte, hinten), Leiter der Staatskanzlei; verleiht Ehrenamtsnadel an Horst Nagel (vorne, links) und Werner Müller (re) im Beisein von Ortsvorsteher Gerhard Weiand (hinten links) und Peter Klär (in Vertretung für Klaus Bouillon). Foto: B&K
Neujahrsempfang im Pfarrheim in Winterbach: Jürgen Lennartz (Mitte, hinten), Leiter der Staatskanzlei; verleiht Ehrenamtsnadel an Horst Nagel (vorne, links) und Werner Müller (re) im Beisein von Ortsvorsteher Gerhard Weiand (hinten links) und Peter Klär (in Vertretung für Klaus Bouillon). Foto: B&K
Winterbach. Auch Winterbachs Einwohnerzahlen gehen, wie die der meisten Dörfer, langsam zurück. Waren es vor Jahren noch 2400, sind es aktuell nur noch 2240. Für die Winterbacher ist das ein Grund, fest zusammenzuhalten, aktiv zu bleiben und die Zukunft optimistisch anzugehen. Die 770-Jahr-Feier 2012 war nach den Worten von Ortsvorsteher Gerhard Weiand (CDU) ein solcher Anlass Von SZ-Mitarbeiter Gerhard Tröster

Winterbach. Auch Winterbachs Einwohnerzahlen gehen, wie die der meisten Dörfer, langsam zurück. Waren es vor Jahren noch 2400, sind es aktuell nur noch 2240. Für die Winterbacher ist das ein Grund, fest zusammenzuhalten, aktiv zu bleiben und die Zukunft optimistisch anzugehen. Die 770-Jahr-Feier 2012 war nach den Worten von Ortsvorsteher Gerhard Weiand (CDU) ein solcher Anlass. In seiner Rede beim Neujahrsempfang am Freitag im Pfarrsaal, der vom Männerchor musikalisch mitgestaltet wurde, stellte er den Bürgern, die das Fest organisiert hatten, das beste Zeugnis aus. "Wir haben gezeigt, was unser Dorf zu leisten vermag, wenn es zusammenhält", sagte der Ortschef. Als sehr positiv vermerkte er die neu geschaffene schnelle Internetverbindung mit Glasfaser, die bereits von 220 Einwohnern genutzt werde. Die undichte Decke der Mehrzweckhalle sei inzwischen repariert. Bei der Stadt werde darüber nachgedacht, in diesem Jahr ein Satteldach aufzusetzen, eventuell verbunden mit energetischen Maßnahmen. Dabei würden Kosten zwischen 150 000 und 200 000 Euro anfallen. 500 000 Euro sind in die Kindertagesstätte, die dieses Jahr 45 Jahre alt wird, investiert worden. Seit 2012 ist sie zum Mehrgenerationentreff geworden.


In nächster Zeit werde, so Gerhard Weiand, das Haus Ecke Lebacher Straße und Tälchen abgerissen, damit der Gehweg verbreitert werden könne. "Ich bin froh, dass dieser Engpass dann endlich beseitigt ist." Auch der alten Schule steht der Abriss bevor. Für die entstehende große Fläche werde derzeit nach einer passenden Nutzung gesucht. Zur demografischen Entwicklung bemerkte der Ortsvorsteher, dass in Winterbach im Schnitt jährlich elf Kinder zur Welt kommen, aber 30 Bürger jedes Jahr das Zeitliche segnen. Derzeit gibt es im Dorf 38 Straßen, in denen 805 Häuser stehen. Nur zehn davon sind unbewohnt. Ein neues Baugebiet kann nach den Worten von Gerhard Weiand derzeit nicht erschlossen werden, da es im Ort noch 79 meist private Baustellen zwischen den einzelnen Häusern gebe. Nach einer längeren politischen Rede verlieh der Chef der saarländischen Staatskanzlei, Jürgen Lennartz, an Werner Müller und Horst Nagel die saarländische Ehrenamtsnadel. "Ohne das großartige Engagement der beiden Winterbacher wäre die Arbeit in den Vereinen und Verbänden nicht organisierbar", sagte der Politiker und hob auch die Tätigkeit der Rettungsdienste, der Helfer im Natur- und Umweltschutz und die vielfältige Jugendarbeit in den Vereinen hervor.

Der 74-jährige Werner Müller ist Ehrenamtler seit 50 Jahren. Besonders setzt er sich für den Obst- und Gartenbau, für das Deutsche Rote Kreuz und für die Kommunalpolitik ein. Der Gärtnermeister kümmert sich außerdem seit vielen Jahren kostenlos um die Pflege der Pastorengräber auf dem Friedhof und um den Blumenschmuck an den Ortseingängen. Horst Nagel, 78, hat Winterbach besonders durch seine musikalischen Auftritte bekannt gemacht. Seit 64 Jahren ist er im Musikverein und singt fast ebenso lange im Männerchor. Er war Mitgründer des Vokalensembles und leitet seit 1993 das Eisenbahnorchester St. Wendel. 2002 rief er das Schaumberger Klarinettenquartett ins Leben. Beim Marpinger Singkreis war Horst Nagel Dirigent von 1997 bis 2004.