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Ökologischer Jagdverband lehnt grüne Windkraft-Initiative ab

Merzig

Merzig. Der Merziger Grünen-Vorsitzende Klaus Borger bekommt in seinem Bestreben, den Beschluss des Merziger Stadtrates zum Ausschluss von Windrad-Standorten in Waldgebieten wieder zu kippen, Gegenwind ausgerechnet von dem Jagdverband, dessen Vorsitz er bis 2009 noch selbst innehatte: Der Ökologische Jagdverband (ÖJV) stellte sich hinter die Ortsgruppe Merzig des Naturschutzbundes (Nabu), die Borgers Ansinnen strikt zurückgewiesen hatte.Der ehemalige Umwelt-Staatssekretär und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Merziger Stadtrat hatte für seine Fraktion einen Antrag eingereicht, den Ratsbeschluss vom Oktober zur Ausweisung von Windkraft-Standorten wieder aufzuheben.



Damals hatte der Rat einen generellen Ausschluss von Standorten für Windräder in Waldgebieten beschlossen - was Borger aus rechtlichen Gründen für bedenklich hält. Der Merziger Nabu hatte dies wiederum kritisiert und darauf verwiesen, dass Waldflächen für Windkraftanlagen ungeeignet seien (SZ vom Freitag). Am Freitag erklärte der Vorsitzende des Ökolgischen Jagdverbandes, Christian Schneider aus Merzig, dass der ÖJV die Position des Nabu unterstütze: "Ein Windrad ist auf einer freien Fläche besser aufgehoben", unterstrich Schneider gegenüber der SZ. Der Wald habe eine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion, darum haben Windräder dort nach Schneiders Auffassung nichts zu suchen.

Schneider ist seit 2011 Vorsitzender des Jagdverbandes, damals hatte ihm der damalige Vorsitzende Wilhelm Bode die Amtsgeschäfte übergeben. Bode wiederum war 2009 auf Klaus Borger gefolgt, der seit der Gründung des ÖJV 2006 an dessen Spitze gestanden hatte. cbe