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Oberkirchen feiert Jubiläum

Pastor Hanno Schmitt vor dem Anbau. Foto: rea
Pastor Hanno Schmitt vor dem Anbau. Foto: rea FOTO: rea
Oberkirchen. 50 Jahre ist es her, dass die katholische Kirche St. Katharina in Oberkirchen sowie ihr Altar neu geweiht wurden. Aus diesem Anlass findet am kommenden Wochenende, vom 22. bis zum 24. November, ein Jubiläumsfest statt. Von SZ-MitarbeiterinAndrea Hoppstädter

Einige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde beschlossen, die Kirche in Oberkirchen, deren ältestes Gebäude -der gotische Turm - bereits im 13./14. Jahrhundert entstanden war, durch einen Erweiterungsbau zu vergrößern. Das ursprüngliche Gebäude bot den Gläubigen nicht mehr genügend Platz. Acht Jahre nach dem ersten Spatenstich waren die Arbeiten abgeschlossen. Aufgrund der massiven Umbauten und des neuen Altars hatte die Kirche ihre Weihe verloren und musste daher im August 1963 neu geweiht werden.

"Wir feiern nicht das Gebäude, die Steine", erklärt der Oberkircher Pastor Hanno Schmitt, "sondern die Menschen, die Gemeinschaft der Gläubigen. Sie sind die lebendigen Steine." Schmitt betonte, wie wichtig es sei, die Heilsgemeinschaft zu feiern, gerade jetzt, da die Kirche - berechtigterweise, wie er hinzufügte - viel negativer Kritik ausgesetzt sei. Auch wenn die Kirche viel Unheiliges getan habe, so der Pastor, habe sie doch auch viel Heiliges vorzuweisen. "Gerade in Zeiten, wo uns ein eisiger Wind entgegen bläst, haben wir eine tolle Botschaft, die durch die negativen Schlagzeilen nicht überschattet werden kann: Dies ist nicht alles, es geht weiter, jenseits der irdischen Grenzen." Diese Botschaft entlaste auch den Einzelnen. Viele Menschen hätten heutzutage den Sinn des Lebens aus den Augen verloren, die Frage: "Wer bin ich, woher komme und wohin gehe ich?" Sie sähen nur noch materiellen Besitz als sinngebend. Die Auswirkungen all dessen seien nicht zu übersehen: Viele leere Kirchenbänke beim Gottesdienst. Heute wäre selbst die ursprüngliche Kirche ohne den Erweiterungsbau noch zu groß. Dennoch sei Pastor Schmitt zuversichtlich, dass die Menschen erkennen, dass das Motto "immer mehr" und "nur ich" die Gesellschaft an den Abgrund führe und sie sich deshalb wieder auf das besinnen würden, was die Kirche als Gegenentwurf anbiete.

Die Feierlichkeiten beginnen am Freitag, 22. November, ab 15.30 Uhr. Der Freitag steht ganz im Zeichen der Jugend mit einem Kinder- und Jugendtag im Pfarrheim. Dazu gehören ein Puppentheater, eine Show mit dem Zauberer Martin Mathias sowie ein Kinoabend. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Am Samstagabend gibt es um 19.30 Uhr im Pfarrheim ein Kirmestheater mit Sketchen. Am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr findet das Festhochamt anlässlich der Kirchweihe vor 50 Jahren statt - mit anschließendem Frühschoppen, Mittagessen und Kirchweihkaffee in der Festhalle. Zusätzlich zu diesen Veranstaltungen gibt es am Montag um 18 Uhr einen Gedenkgottesdienst zu Ehren der Pfarrpatronin Katharina von Alexandrien, deren Gedenktag am 25. November ist. Die Einnahmen des Festes sollen unter anderem der Sanierung der Kirche dienen. So müsse beispielsweise die Orgel saniert werden, so Pastor Schmitt. Und es sei sein Wunsch, das Kircheninnere neu zu streichen.