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Nur nicht zu viel Lob

Luisenthal. Natürlich erzählen auch die Eltern von Jacqueline De Backer die so oft gehörte Geschichte vom schon immer da gewesenen Talent ihrer Fußball spielenden Tochter. Als sie fünfjährig schon mehr Ehrgeiz an den Tag legte als ihre Mitspieler, vom starken Schuss, vom Biss, den sie hatte. Aber man glaubt ihnen diese Geschichten Von SZ-Mitarbeiter Janek Böffel

Luisenthal. Natürlich erzählen auch die Eltern von Jacqueline De Backer die so oft gehörte Geschichte vom schon immer da gewesenen Talent ihrer Fußball spielenden Tochter. Als sie fünfjährig schon mehr Ehrgeiz an den Tag legte als ihre Mitspieler, vom starken Schuss, vom Biss, den sie hatte. Aber man glaubt ihnen diese Geschichten. Denn obwohl Jacqueline ein wenig peinlich berührt dreinschaut - wie das Jugendliche eben tun, wenn ihre Eltern sie vor anderen loben - rechtfertigt sie dieses Lob von Jahr zu Jahr aufs Neue. Und das, obwohl sie erst 15 ist.Nach ihren ersten, vermutlich noch etwas staksigen Schritten als Dreijährige beim VfB Luisenthal ist sie Anfang der D-Jugend zum 1. FC Saarbrücken gewechselt und hat dort nicht nur den Schritt zu einer Führungsspielerin gemacht, sondern auch den Sprung in die Jugend-Nationalmannschaft geschafft.Viel Belastung für eine 15-Jährige, aber Jacqueline, die vor allem im Sturm und im offensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt, geht gelassen damit um: "Ich empfinde das nicht als Belastung. Es macht mir ja Spaß." Zusätzlich ist sie vor kurzem auf die Gesamtschule Rastbachtal und damit auch in die Eliteschule des Mädchenfußballs gewechselt. Was den Trainingsaufwand auf sechs Einheiten pro Woche erhöht hat. Trotzdem sagt sie: "Es war die richtige Entscheidung, die Schule zu wechseln." Und so bewegt sie sich ständig zwischen Schule, Verein und Nationalmannschaft. Denn auch beim FCS sind die Anforderungen durch die Einführung der neuen B-Jugend-Regionalliga (die SZ berichtete) gewachsen. Ein wichtiger Schritt, findet auch Jacqueline De Backer: "Wir haben jetzt endlich regelmäßige Ligaspiele statt einfach nur ein paar unregelmäßige Spiele." Mit der Berufung in die Nationalmannschaft und ihren starken Auftritten kommt mittlerweile nicht mehr nur das Lob der Eltern, sondern auch von anderen Stellen. Bettina Wiegmann (Foto: Imago), ihre Trainerin bei der deutschen U15 weiß, was sie an ihr hat: "Sie ist einfach ein Talent, das sich in vielen Punkten in ihren Fähigkeiten von anderen Spielerinnen abhebt." Doch auch Wiegmann weiß, dass noch viel Arbeit und viele Unwägbarkeiten vor ihr liegen: "Sie ist erst 15, da kann noch so viel passieren." Das ist auch Jacqueline bewusst. Und so hält sie sich, aller Träume zum Trotz, bei Aussagen zu ihrer Zukunft zurück: "Ich will einfach von Schritt zu Schritt denken." Dinge wie die Aktiven-Mannschaft des 1. FC Saarbrücken in der Bundesliga oder irgendwann einmal die A-Nationalmannschaft, "damit beschäftige ich mich jetzt noch nicht. Ich habe noch viel zu lernen, und an Schwächen kann man immer arbeiten", sagt sie. Vielleicht hat sie recht damit. Denn wenn ihre Entwicklung sich so fortsetzt wie bisher, kommen diese Themen ohnehin zwangsläufig auf. Und bisher hat sie auch so meistens die richtigen Entscheidungen getroffen. "Sie ist einfach ein Talent, das sich in vielen Punkten in ihren Fähigkeiten von anderen Spielerinnen abhebt." Bettina Wiegmann,U15-Nationaltrainerin




HintergrundJacqueline De Backer hat bisher drei Länderspiele mit der deutschen U15-Nationalmannschaft absolviert. In den Partien am 15. April gegen die Niederlande (5:0) sowie am 29. und 31. Juli jeweils gegen Schottland (6:1 und 5:1) erzielte sie insgesamt fünf Tore. Von 10. bis 14. August ist Jacqueline De Backer wieder bei einem U15-Lehrgang inklusive zweier Länderspiele gegen England dabei. red