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Neues Verkehrsgutachten für "Stadtmitte am Fluss"

Saarbrücken. Es ist zwar weiter unklar, wie das mit rund 350 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt "Stadtmitte am Fluss" bezahlt werden soll Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Es ist zwar weiter unklar, wie das mit rund 350 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt "Stadtmitte am Fluss" bezahlt werden soll. Aber der Saarbrücker Stadtrat hat am Dienstag 340 000 Euro aus dem städtischen Haushalt freigegeben, damit die Auswirkungen des Projekts, das unter anderem die Verlegung der Stadtautobahn zwischen Luisen- und Bismarckbrücke in einen Tunnel vorsieht, auf die Verkehrssituation in der Innenstadt berechnet werden können."Das neue Verkehrsmodell soll bis Mitte 2010 fertig sein und damit rechtzeitig vor Baubeginn von "Stadtmitte am Fluss" zur Verfügung stehen", heißt es in der von Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer unterzeichneten Vorlage für den Stadtrat. Dem Saarländischen Rundfunk sagte die Dezernentin am Tag nachdem der Stadtrat die neue Verkehrsberechnung durchgewunken hatte, dass sich die Beantragung der Zuschüsse bei der Europäischen Union erneut verzögert. Der Großprojektantrag, der bereits für April angekündigt worden war, sei noch nicht eingereicht worden. Es fehlten noch einzelne Formalien, zitiert der SR die Baudezernentin.


Ein Planungsbüro, dass die Stadt noch vor der Sommerpause beauftragen will, errechnet unter anderem aus den vorliegenden Strukturdaten und dem bestehenden Straßen- und Busnetz das so genannte neue Verkehrsmodell. Strukturdaten sind unter anderem Angaben über Verkaufsflächen, Einwohnerzahl, die Altersstruktur der Bevölkerung, die Zahl der Arbeitsplätze, der Berufspendler, der Schüler und Studenten. Untersucht wird nicht nur der Auto-, sondern auch der Rad- und der öffentliche Personennahverkehr. 150 000 Euro kostet das.

Weil das vom Planungsbüro errechnete Verkehrsmodell danach auch in der Stadtverwaltung eingesetzt werden soll, schafft die Stadt Computersoftware für rund 40 000 Euro an.



150 000 Euro werden in eine Haushaltsbefragung investiert, die die bereits vorliegenden statistischen Daten ergänzen soll. Die Saarbrücker sollen unter anderem darüber Auskunft geben, welche Verkehrsmittel sie für welche Strecken benutzen. Die Befragung wird die Stadt nicht selbst machen. Nach der Sommerpause soll der Auftrag ausgeschrieben werden. Der Stadtrat soll über die Vergabe des Auftrags im Oktober entscheiden.