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Neues Mega-Bordell in Burbach geplant – Stadt: Keine Handhabe

Saarbrücken. Im Saarbrücker Stadtteil Burbach entsteht bis zum Jahresende auf 5000 Quadratmetern ein neues Mega-Bordell. Die Genehmigung wurde bereits im Jahr 2010 erteilt. Die Stadt sieht sich außerstande, etwas dagegen zu unternehmen. nof

Ein Investor aus Baden-Württemberg baut in Saarbrücken-Burbach auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern ein neues Bordell. Das berichtete gestern der SR. Angesichts dieser Größenordnung könnten über 100 Frauen auf dem Gelände tätig werden. Die Stadt hat den Bau bereits 2010 genehmigt, wie Rechtsdezernent Jürgen Wohlfahrt auf SZ-Anfrage mitteilte. Dabei geht es um die Erweiterung eines bestehenden Bordells, das sich in der Nähe eines Wohngebiets befindet.

Wohlfarth sagte der SZ, es gebe keine Handhabe, solchen Betrieben die Genehmigung zu versagen. Die Gewerbestelle nehme die Anmeldung nur entgegen. Die Prostitution sei nach dem Prostitutionsgesetz erlaubt. Natürlich habe Saarbrücken "viel zu viele Bordelle", aber die Stadt könne "keine Bedürfnisprüfung vornehmen". Die baurechtliche Genehmigung sei Sache der Unteren Bauaufsicht, aber auch diese könne nur nach bauaufsichtsrechtlichen Kriterien entscheiden.

Wohlfarth fügte hinzu, wünschenswert wäre aus seiner Sicht eine Erweiterung der Gewerbeordnung um eine spezielle Genehmigungspflicht für Bordelle und bordellartige Betriebe, die konkrete Anforderungen an diese Betriebe beschreibe, insbesondere bauliche Anforderungen. Es müssten bestimmte obligatorische Ausstattungskriterien dieser Betriebe im Gesetz verankert werden. Sinnvoll wäre außerdem eine verbindliche Zuverlässigkeitsprüfung der Betreiber. Wenn es diese Kriterien gäbe, wäre deren Einhaltung kontinuierlich zu überwachen, forderte Wohlfarth. Auch die Stetigkeit und Rechtmäßigkeit der Steuerzahlung dieser Betriebe und die Einhaltung der Sozialversicherungspflicht sollten einer regelmäßigen behördlichen Kontrolle unterliegen.

270 Bordelle gibt es laut SR im Land, davon über 100 in Saarbrücken. Viele Freier kommen nach den Worten von Wohlfarth aus Frankreich, wo die Prostitution verboten ist.