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| 21:21 Uhr

Neues Dach für das Sportzentrum

Erbach. Das Sportzentrum Erbach bestimmte vor rund 30 Jahren die Schlagzeilen in regionalen und überregionalen Medien. Das Großprojekt, das sehr viel teurer wurde als ursprünglich veranschlagt, zog zu Beginn der 80er Jahre den damaligen TSV Erbach in den Ruin Von Bernhard Reichhart und Peter Neuheisel (SZ)

Erbach. Das Sportzentrum Erbach bestimmte vor rund 30 Jahren die Schlagzeilen in regionalen und überregionalen Medien. Das Großprojekt, das sehr viel teurer wurde als ursprünglich veranschlagt, zog zu Beginn der 80er Jahre den damaligen TSV Erbach in den Ruin. Die Stadt Homburg kaufte die Halle nach erfolgtem Konkurs für einen symbolischen Wert von einer Mark auf und steckt seither Jahr für Jahr viel Geld in die Einrichtung. Der TSV wurde als SSV Erbach neu gegründet. Inzwischen ist das Sportzentrum in die Jahre gekommen, muss saniert werden. Da die Stadt dies allein nicht bewerkstelligen kann, soll die Sanierung über die 100-prozentige Tochter Homburger Parkhaus- und Stadtbusgesellschaft (HPS) abgewickelt und auf Jahre gestreckt werden.Sportbeigeordneter Gerhard Wagner hat inzwischen mit den betroffenen Vereinen Kontakt aufgenommen und diese über den finanziellen Kraftakt informiert. Mehr als 60 Vertreter waren bei einer Sitzung dabei, um sich über die weitere Vorgehensweise unterrichten zu lassen. Gemeinsam mit den Vereinen wollte er herausfinden, so Wagner, was verbesserungswürdig ist, was fehlt und wo es allgemein hakt. Als "ganz wichtig" für die geplante Sanierung bezeichnete Wagner den Kauf des Sportzentrums durch die HPS und die damit verbundene Perspektive für das Erbacher Sportzentrum. "Mit städtischen Mitteln wäre eine Instandsetzung auf absehbare Zeit nicht möglich." Diskutiert wurden nicht nur die Fragen, wie es mit dem Sportzentrum weitergeht, auf welche Weise renoviert wird, wie lange die Ausfallzeit aufgrund der Beeinträchtigung des Trainingsbetriebes während der Sanierungsmaßnahme sein wird, sondern auch welche Kosten nach einer Sanierung eventuell auf die Vereine zukommen.

Im Verlauf der Versammlung kam aus den Reihen der Vereinsvertreter von Hardy Scherer, dem Vorsitzenden der Homburger Sportjugend, der Vorschlag, das Sportzentrum mit einer Stahlkonstruktion zu überdachen. "Ein durchaus interessanter Gedanke, der positiv aufgenommen wurde", meinte Wagner. Nachdem er sich im Anschluss an diese Versammlung mit Oberbürgermeister Karlheinz Schöner kurzgeschlossen habe, diesbezüglich ein Angebot wegen der Kosten einzuholen, stünden derzeit annähernd 1,5 Millionen Euro für die reine Überdachung im Raum. Mit Mehrwertsteuer sowie den Kosten für die Planung käme man letztlich auf Kosten zwischen zwei und zweieinhalb Millionen Euro, schätzt der Sportbeigeordnete.

"Das ist eine Investition für die nächsten 15 bis 20 Jahre", betonte Wagner, der bereits einen Architekten mit einer ersten Analyse beauftragt hat. "Wir müssen schnellstmöglich eine Entscheidung treffen und somit die Voraussetzungen schaffen, die Halle weiter nutzen zu können", fordert der Sportbeigeordnete: "Homburg braucht diese Halle." Mit einer Stahlkonstruktion als Überdachung wären einige Probleme am Sportzentrum wie Statik bei einer großen Schneelast sowie das Eindringen von Regenwasser vom Tisch, sagte Wagner. Sei die Überdachung erst einmal fertig, seien alle anderen Investitionen nicht mehr so dringend.

Man könnte weitere Sanierungsmaßnahmen Zug um Zug im Sommer erledigen, so dass der Sportbetrieb im Winter nicht beeinträchtigt wäre. Als Beispiele nannte Wagner unter anderem die Trockenlegung der Schießstände in den Katakomben unter dem Parkplatz vor der Halle, aber auch die Erneuerung von Heizung, Belüftung und der Sanitärbereiche. Sorgen bereite auch die nicht voll funktionsfähige Turnerschänke, so Wagner. "Wir müssen schnell eine Entscheidung treffen."

Gerhard Wagner

Meinung

Kein zweites

Millionengrab

Von SZ-RedakteurPeter Neuheisel

Die Grundsatzentscheidung für eine Großsanierung des Sportzentrums ist gefallen. Sie ist nachvollziehbar, weil den Vereinen geholfen werden muss. Ein Hallenneubau würde im Hinblick auf die Finanzen der Stadt nicht in die Zeit passen. Aber machen wir uns nichts vor: Auch die Sanierung wird ein Kraftakt. Das einstige Millionengrab Sportzentrum wird erneut Millionen verschlingen. Die Verantwortlichen der Stadt haben abgewogen, was ihnen der Kinder- und Jugendsport wert ist, und wollen die Sanierung über die HPS-Tochter angehen. Dabei kann man allen Beteiligten nur zur äußersten Zurückhaltung raten. Die Vernunft muss bei allen Überlegungen ganz vorne stehen, nur das absolut Notwendige darf umgesetzt werden. Träumereien irgendwelcher Art sind zu unterbinden.

Da ist es gut zu wissen, dass mit dem Sportbeigeordneten Gerhard Wagner ein erfahrener Geschäftsmann die Sanierungsarbeiten lenken wird, der weiß, wie man mit Geld umgeht. So stehen die Chancen gut, dass das Sportzentrum nicht erneut zum Millionengrab wird.