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Neuer Schwung für Tourismus?

Saarbrücken. Braucht der Regionalverband eine Tourismus-Studie für 53 000 Euro? Der Ausschuss der Regionalversammlung wird dem höchstwahrscheinlich in der Sitzung am heutigen Donnerstag zustimmen und der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH Köln den Auftrag dafür erteilen Von SZ-Redakteur Markus Saeftel

Saarbrücken. Braucht der Regionalverband eine Tourismus-Studie für 53 000 Euro? Der Ausschuss der Regionalversammlung wird dem höchstwahrscheinlich in der Sitzung am heutigen Donnerstag zustimmen und der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH Köln den Auftrag dafür erteilen. "Dieses Projekt leitet sich aus der landesweiten Tourismusstrategie 2015 für das Saarland ab", schreibt die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage. Die regionale Tourismusstrategie sei Voraussetzung, um künftig Tourismus-Fördergeld vom Land zu erhalten. Ergebnis der Studie soll ein Handlungskonzept sein, das zeigt, welche Investitionen in der Region Sinn machen. Bis zum Herbst soll die Studie vorliegen. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo meint, das landesweite Konzept sei zu abstrakt. Die Agentur soll jetzt konkrete Vorschläge machen. Gillo nennt hier ein Beispiel: Es gebe zwar schöne Wanderwege im Regionalverband, aber die Gastronomie fehle. Er findet es in Ordnung, zeitlich begrenzt eine Agentur mit dem Tourismus-Konzept zu beauftragen. Stefan Kiefer, Pressesprecher des Regionalverbandes, ergänzte, das Konzept des Saarlandes solle in Abstimmung mit den Kommunen, Hoteliers und Kongressveranstaltern auf die Regionen zugeschnitten werden. So sei für den Regionalverband der Wandertourismus weniger wichtig als zum Beispiel Kongresse in der Region zu veranstalten. Die Tourismuszentrale Saarland wünsche sich, dass die Landkreise eigene Projekte entwickeln. "Alle Gemeinden sind hier mit im Boot", versicherte Kiefer. Die Tourismuszentrale, die Kongress- und Touristik GmbH (Kontour) und der Regionalverband hätten sich für die Kölner entschieden. Der Regionalverband wird sich mit 37 100 Euro an den Kosten beteiligen, den Rest zahlt das Wirtschaftsministerium. Birgit Grauvogel, Geschäftsführerin der Tourismuszentrale, verteidigte die Studie. Es gehe darum, in den Landkreisen touristische Schwerpunkte zu setzen. Der Regionalverband decke hier sehr viele Themen ab: Vom Städte- und Kulturtourismus bis zur Barockstraße und zum Urwald vor den Toren der Stadt. Jetzt gehe es darum, eine Strategie für die nächsten zehn Jahre zu erarbeiten. Meinung


Studie bringt nichts Neues



Von SZ-RedakteurMarkus Saeftel Um den Tourismus zu fördern, brauchen wir keine zweite Studie für den Regionalverband. Die wird die gleichen Ergebnisse wie die Tourismusstrategie 2015 fürs gesamte Saarland bringen. Wie mehr Urlauber angelockt werden können, ist doch längst bekannt: Mit den Spitzenrestaurants im Saarland, mit Radfahren, Wandern, Industriekultur und Kongressen. Und hoffentlich bald mit dem Thermalbad Rilchingen. Dass im Großraum Saarbrücken eher Städte- und Kulturtouristen als Wanderer angesprochen werden müssen, ist auch klar. Dafür müssen Land und Regionalverband aber nicht 53 000 Euro für eine Kölner Agentur ausgeben. Viel besser wäre es, wenn sich die Tourismuszentrale Saarland mit den Kommunen, Hoteliers und Gastronomen im Regionalverband jetzt an einen Tisch setzt und alle gemeinsam die Schwerpunkte für die nächsten Jahre festlegen.