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Neuer Glanz für Ort der Kultur und Weiterbildung

Bis zur letzten Minute wird im VHS-Zentrum am Schlossplatz noch gewerkelt. Dann ist die Sanierung abgeschlossen und es zieht moderne Technik in das 1956 erbaute VHS-Zentrum ein. Damals hieß es noch Kreiskulturhaus und schloss eine große Baulücke auf dem Schlossplatz. Ein "Ort des Verweilens und der Erfrischung" für die Bürger sollte es werden - und wurde es auch Von SZ-Redakteur Markus Saeftel

Bis zur letzten Minute wird im VHS-Zentrum am Schlossplatz noch gewerkelt. Dann ist die Sanierung abgeschlossen und es zieht moderne Technik in das 1956 erbaute VHS-Zentrum ein. Damals hieß es noch Kreiskulturhaus und schloss eine große Baulücke auf dem Schlossplatz. Ein "Ort des Verweilens und der Erfrischung" für die Bürger sollte es werden - und wurde es auch. Viele Vereine nutzen den großen Saal mit 260 Plätzen für ihre Veranstaltungen. Das Café ist besonders im Sommer ein Anziehungspunkt für Groß und Klein. Dabei erinnert sich VHS-Direktor Wilfried Schmidt noch an die Zeiten, als es in dem Gebäudeteil Richtung Schlossmauer eine Gaststätte mit 150 Sitzplätzen gab und die VHS als Betreiber den Speiseplan erstellte. Heute ist das Café kleiner, weil die VHS die Räume im hinteren Teil für Kurse benötigt. Wilfried Schmidt ist sehr erleichtert, dass das VHS-Zentrum am Freitag wiedereröffnet wird. Weil nämlich auch im Alten Rathaus zurzeit fleißig saniert wird, geriet die VHS in Raumnot und musste mit Kursen zum Beispiel ins Schloss ausweichen. Was viele Jüngere wohl nicht mehr wissen: Die Architektur des Gebäudes war anfangs sehr umstritten. Kritiker warfen dem Architekten Rudolf Krüger vor, der moderne Bau mit einfachen Formen passe nicht zur restlichen Stengel-Bebauung auf dem Schlossplatz. Die Zeitschrift "Bauwelt" lobte aber schon 1956: "Die schöne Aussicht, die man nach allen Seiten genießt, ist das Besondere dieses Hauses." Heute ist die Architektur bei der Mehrheit kein Streitpunkt mehr. VHS-Kurse haben VorrangDen schwärzesten Tag erlebte das VHS-Zentrum 1999 beim Anschlag auf die damals umstrittene Wehrmachtsausstellung. Die Täter sind bis heute nicht gefasst, die Spuren aber längst beseitigt. Zurück zur schöneren Gegenwart: Jetzt soll die modernere Ausstattung der Räume das Gebäude auch für Veranstalter von Tagungen interessanter machen. Auch darüber gab es Diskussionen. Die Beigeordnete Elfriede Nikodemus fühlte sich bei den Plänen von Regionalverbandsdirektor Ulf Huppert übergangen und die VHS befürchtete, aus dem Gebäude verdrängt zu werden. Dieser Streit scheint beigelegt. "Die VHS hat das erste Zugriffsrecht", stellt Direktor Wilfried Schmidt klar. Von der modernen Ausstattung profitierten ja auch die Teilnehmer der VHS-Kurse. Schmidt: "Es musste was passieren, das war nicht mehr zeitgemäß." Und mit Blick auch auf das Alte Rathaus ergänzt er: "Es ist wichtig, dass der Regionalverband in die VHS investiert." Den Charme der 50er Jahre verliert das Gebäude dadurch nicht. Dafür haben schon die Denkmalschützer gesorgt. So wird das VHS-Zentrum ein Ort des Verweilens und Erfrischens bleiben, wie es sich der damalige Landrat Peter Walter gewünscht hatte.



HintergrundIm Auftrag des Regionalverbandes hat die Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss (ASS) das VHS-Zentrum saniert, die das Gebäude wiederum an den Regionalverband vermietet. Die Sanierung kostet rund zwei Millionen Euro. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage montiert. Die komplette Elektro-, Heizungs- und Klimatechnik sei erneuert worden, sagte ASS-Geschäftsführer Horst von Häfen. Die Toiletten seien ebenfalls saniert worden. Die Konferenztechnik mit modernen Medien sei auf dem neuesten Stand. Der anfängliche Streit mit dem Café-Betreiber sei mittlerweile beigelegt. Er musste zwar sieben Monate schließen, nutzte die Zeit aber für eine Renovierung. sm