| 20:46 Uhr

Saarbrücken
Neue Waffenkontrollen am Hauptbahnhof möglich

Seit Jahresbeginn wurden am Saarbrücker Hauptbahnhof mehr als 40 Waffen sichergestellt.
Seit Jahresbeginn wurden am Saarbrücker Hauptbahnhof mehr als 40 Waffen sichergestellt. FOTO: Matthias Zimmermann
Saarbrücken. Die Bundespolizei stellt regelmäßig Messer sicher. Eine neue Waffenverbotszone in Saarbrücken ist nicht ausgeschlossen. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die Bundespolizei behält sich vor, am Saarbrücker Hauptbahnhof oder andernorts erneut eine temporäre Waffenverbotszone einzurichten. „Wir entscheiden je nach Lage“, sagte Bundespolizei-Sprecher Dieter Schwan. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. Die Bundespolizei, die für den Grenzschutz, die Bahnhöfe und die Luftsicherheit zuständig ist, will abwarten, ob die Zahl der Vorfälle mit Waffen auf hohem Niveau bleibt oder zurückgeht.


Weil es am Hauptbahnhof Saarbrücken regelmäßig zu solchen Vorfällen kommt, hatte die Bundespolizei vom 1. September, 15.30 Uhr, bis 2. September, 6 Uhr, erstmals eine Waffenverbotszone ausgerufen. Das Verbot galt für alle Schuss- und Schreckschusswaffen, Hieb-, Stoß- und Stichwaffen, Reizstoffsprühgeräte, Pyrotechnik und Messer.

Nach Schwans Angaben hatte es seit Jahresbeginn bis Ende August landesweit 81 Vorfälle mit Waffen gegeben, mehr als in früheren Jahren. Davon entfiel mehr als die Hälfte auf den Hauptbahnhof Saarbrücken. Zwischen Januar und August stellten die Beamten im Hauptbahnhof und auf dem Vorplatz unter anderem 19 Messer, zwei Teleskopschlagstöcke, eine Schusswaffe, eine Schreckschusspistole, zwei Schlagringe und mehrere Pfefferspray-Dosen sicher. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des saarländischen AfD-Bundestagsabgeordneten Christian Wirth hervor. Fünf Mal wurde demnach mit Messern und Pfefferspray eine schwere Körperverletzung begangen, hinzu kommen unter anderem eine Bedrohung, ein Raub und ein räuberischer Diebstahl.



2018 hat die Bundespolizei bundesweit erstmals zeitlich befristete Waffenverbotszonen erlassen, und zwar an den Hauptbahnhöfen Saarbrücken, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Nürnberg, Dortmund, Magdeburg, Köln, Halle, Bad Soden sowie auf der Bahnstrecke Berlin-Alexanderplatz nach Lichtenberg inklusive der Bahnhöfe Alexanderplatz, Jannowitzbrücke, Ostbahnhof, Warschauer Straße, Ostkreuz, Nöldnerplatz und Lichtenberg.

In der Saarbrücker Waffenverbotszone Anfang September kontrollierte die Bundespolizei 150 Personen, 23 wurden durchsucht. Dabei stellten die Beamten drei Messer, einen Baseballschläger, einen China-Böller, einen Laser-Pointer sowie einen Schraubenzieher sicher. Ist das, gemessen am Aufwand mit mehreren Dutzend Beamten, viel oder weniger? Bundespolizei-Sprecher Schwan sagt, die Waffenverbotszone sei umfassend angekündigt worden, jeder hätte Bescheid wissen müssen. Dass trotzdem Waffen gefunden worden seien, das werte man als Erfolg.