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Fechinger Talbrücke
Neue Talbrücke soll 126 Millionen kosten

In „zehn Jahren plus x“, so das Verkehrsministerium, soll die neue Fechinger Talbrücke fertig sein.
In „zehn Jahren plus x“, so das Verkehrsministerium, soll die neue Fechinger Talbrücke fertig sein. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Wegen der besonderen Lage der Fechinger Autobahnbrücke hat der Bund einem hochwertigeren Bau zugestimmt. Von Nora Ernst
Nora Ernst

Der Neubau der Fechinger Talbrücke an der A 6 wird nach Schätzungen des saarländischen Verkehrsministeriums 126 Millionen Euro kosten. Vor einem Jahr waren die Kosten noch auf rund 80 Millionen Euro geschätzt worden. Damals sei die preisgünstigste Variante berechnet worden, sagt Wolfgang Kerkhoff, Sprecher des Ministeriums. Doch wegen der „exponierten Lage“ der Brücke habe das Bundesverkehrsministerium, das für die Baukosten aufkommt, einem „hochwertigeren“ Bau zugestimmt. Die Planungskosten – laut Kerkhoff voraussichtlich ein „hoher einstelliger Millionenbetrag“ – wird das Land tragen.



Die saarländische Bauwirtschaft zeigt sich erfreut über die Nachricht. Es sei immer im Sinne der Bauunternehmen, wenn hochwertig und nachhaltig gebaut werde, sagte Claus Weyers, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands der Bauwirtschaft des Saarlandes. „Selbst wenn der Auftrag nicht an ein saarländisches Unternehmen geht, profitiert die hiesige Bauwirtschaft, weil auch Materialien und begleitende Maßnahmen wie etwa Verkehrssicherung benötigt werden“, so Weyers.

Genau wie die alte Brücke soll das neue Bauwerk nur einen Teilanschluss bekommen. „Ein Vollanschluss hätte viel gekostet und letzten Endes für den Verkehrsfluss nur wenig gebracht“, sagt Kerkhoff. Da ein Vollanschluss, also eine Auf- und Abfahrt in beide Fahrtrichtungen, ein größerer Eingriff in Natur und Landschaft wäre, wären die Planungen deutlich aufwändiger geworden. Derzeit ist bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung im Gang, außerdem wird ein Realisierungswettbewerb vorbereitet. Die Fechinger Talbrücke steht seit 2010 eigentlich unter Denkmalschutz, unter anderem wegen ihrer filigranen Pfeiler. Der Landesdenkmalrat trägt den Abriss aber mit.

Die Oberste Straßenbaubehörde, also das Verkehrsministerium, rechnet damit, dass die endgültige Entwurfsplanung bis Ende 2019 fertig ist. „Zur Zeit gehen alle davon aus, dass die Prognose zur Projektdauer inklusive Bauzeit einzuhalten ist: zehn Jahre plus x“, sagt Kerkhoff. Verzögerungen seien wegen des komplexen Baurechtsverfahrens aber nie ganz auszuschließen.

Die Brücke war im Frühjahr 2016 von einem Tag auf den anderen komplett gesperrt worden, weil die Gefahr bestand, dass die Pfeiler der Belastung durch den schweren Lkw-Verkehr nicht mehr standhalten. Nach sieben Wochen waren immerhin die Stützen so weit verstärkt, dass wieder Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen darüber fahren konnten. Für Lkw blieb sie aber gesperrt – eine Situation, unter der vor allem die Anwohner an der Umleitungsstrecke litten. Nach sieben Monaten wurde sie auch für den Lkw-Verkehr wieder freigegeben. Um einen Neubau – parallel neben der alten Brücke – kam das Land trotzdem nicht herum. Denn der Überbau der Brücke, die in den 60er Jahren erbaut wurde, ist so alt, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt.

Bei einer routinemäßigen Überprüfung der Talbrücke wurden kürzlich kleine Schäden am Überbau festgestellt. Das sei nichts Beunruhigendes, sagt Kerkhoff. Instandhaltungsarbeiten seien in den kommenden Jahren ohnehin geplant. Dass die Brücke dann noch einmal voll gesperrt wird und den Verkehr im Saarland lahm legt, damit ist laut Kerkhoff aber nicht zu rechnen.