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Lufthansa-Tochter startet im November
Wieder Flüge von Saarbrücken nach München

Bald soll es ab dem Flughafen Saarbrücken eine neue Linienverbindung nach München geben.
Bald soll es ab dem Flughafen Saarbrücken eine neue Linienverbindung nach München geben. FOTO: BECKER&BREDEL / Becker && Bredel
Saarbrücken. Landesregierung unterstützt neue Verbindung von Lufthansa-Tochter mit 1,5 Millionen Euro. Von Michael Jungmann
Michael Jungmann

Das Saarland soll ab November mit Beginn des Winterflugplans 2017/2018 wieder an das internationale Luftverkehrskreuz München angeschlossen werden. Die britische Fluggesellschaft BMI regional, eine Lufthansa-Tochter, wird die Verbindung zum Münchner Franz-Josef-Strauß-Flughafen werktags mit zwei Umläufen als Tagesrandverbindung bedienen. Sonntags ist nur ein Hin- und Rückflug geplant, samstags findet kein Flug statt. Zum Einsatz soll ein Jet vom Typ Embraer 145 mit 49 Sitzplätzen kommen. BMI regional mit Sitz im schottischen Aberdeen verfügt nach eigenen Angaben über 18 Embraer-Flugzeuge.


Die Flugzeit auf der Strecke zwischen Saarbrücken und München  wird unter einer Stunde betragen. Die BMI-Verbindung wird angeblich auch unter dem Code­share von Lufthansa (LH) geführt, was bedeutet, dass der Flug auch ins Streckennetz der Star Alliance aufgenommen wird und dadurch interessante Umsteigeverbindungen ab München, unter anderem in den asiatischen Raum, ermöglicht werden. Zu den Preisen waren bisher keine Angaben zu erhalten, außer dem Hinweis, es handele sich nicht um einen Billigflieger.

In Regierungskreisen heißt es, die neue Linie sei „unter Dach und Fach“. Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) habe monatelange Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Der Ministerrat hat sich nach SZ-Informationen Anfang des Monats mit der neuen Fluglinie beschäftigt. Dies war notwendig, weil  die landeseigene Verkehrsholding Saarland GmbH, Konzernmutter der Flughafengesellschaft, während der vorgesehenen fünfjährigen Vertragsdauer bis 2022 mit BMI regional maximal 1,5 Millionen Euro an sogenannten Marketing-Zuschüssen leisten soll. Dabei, so wird ausdrücklich auch nach mehreren Rechtsgutachten betont, handele es sich nicht um eine Beihilfezahlung nach den strengen  Kriterien der EU.



BMI regional kalkuliert nach Informationen unserer Zeitung, für die neue München-Linie im ersten Jahr mit 36 000 Passagieren und Anfangsverlusten von rund einer Million Euro. Die Strecke wird seit der Insolvenz der Fluggesellschaft OLT-Express im Jahr 2013 nicht mehr bedient. Auch Air Berlin war früher bereits auf dieser Linie unterwegs. Zwischen 22 000 und 28 000 Passagiere nutzten in der Vergangenheit Flugzeuge auf der München-Strecke.

Wie es heißt, könnte der neue Partner BMI regional auch relativ kurzfristig die Linie von Saarbrücken nach Berlin übernehmen, falls die finanziell angeschlagene Air Berlin ausfallen sollte. Hierzu laufen aber offenbar auch bereits Gespräche mit der Lufthansa-Tochter Eurowings.