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Neubau in der Werkssiedlung?

 Die frühere Werkssiedlung der Deutschen Steinkohle AG in Dorf im Warndt - hier eines der Häuser - soll saniert werden. Und Einrichtungen für Kinder und Senioren dazubekommen. Foto: Barbian
Die frühere Werkssiedlung der Deutschen Steinkohle AG in Dorf im Warndt - hier eines der Häuser - soll saniert werden. Und Einrichtungen für Kinder und Senioren dazubekommen. Foto: Barbian
Dorf im Warndt. Vor einem Jahr standen in der früheren DSK-Werkssiedlung in Dorf im Warndt noch 34 der 268 Wohnungen leer, heute sind es nur noch 15. Die Zahlen nannte Keno Zimmer, Prokurist der StWB Wohnen GmbH, einer Tochter der Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter (siehe "Hintergrund"), am vergangenen Freitag in der Sitzung des Ortsrates Dorf im Warndt Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Dorf im Warndt. Vor einem Jahr standen in der früheren DSK-Werkssiedlung in Dorf im Warndt noch 34 der 268 Wohnungen leer, heute sind es nur noch 15. Die Zahlen nannte Keno Zimmer, Prokurist der StWB Wohnen GmbH, einer Tochter der Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter (siehe "Hintergrund"), am vergangenen Freitag in der Sitzung des Ortsrates Dorf im Warndt.


Zuvor hatten sich Orts- und Gemeinderatsmitglieder sowie Bewohner vor Ort informiert: Einige Wohnungen der Siedlung sind bereits modernisiert, eine energetische Sanierung des gesamten Bestandes ist geplant. "Viele Millionen" Euro will die StWB Wohnen investieren, um die Siedlung "fit zu machen für die Zukunft". Eine verbesserte Infrastruktur soll die Attraktivität des Standortes weiter steigern. Die Stiftung hofft deshalb, dass der katholische Kindergarten, der renoviert und erweitert werden muss, in die Siedlung umzieht.

Die StWB Wohnen hat der Pfarrgemeinde für einen Neubau ein Grundstück zu günstigen Konditionen angeboten. In das geplante Mehrgenerationenhaus könnte neben einem Senioren-Treff auch die Nachmittagsbetreuung der Grundschüler integriert werden. In dem bisher für den Nachwuchs vorgesehenen Gebäude in der St. Barbara-Straße hat der Umbau noch nicht begonnen. Nach Angaben von Jörg Dreistadt, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, stiegen dort die geschätzten Sanierungskosten von 300000 Euro auf mittlerweile 730000 Euro. Bis spätestens Ende Juni 2009 müssen die Schüler ihr jetziges Domizil in der Forststraße räumen. Die Frist setzt ein Vertrag mit der Cura-Med Süd-Warndt Klinik, dem neuen Nutzer des ehemaligen Schulhauses in Dorf im Warndt, in dem die Nachmittagsbetreuung derzeit noch untergebracht ist.



Das Bistum habe schon signalisiert, dass es die für die Kindergartensanierung eingeplanten 900000 Euro auch für einen Neubau ausgeben würde, erklärte Zimmer. Die Zivilgemeinde sei ebenfalls bereit zu investieren. Nun drohe das Projekt aber an einer "Kleinigkeit" zu scheitern: Keiner der Partner möchte die Bauherrenschaft übernehmen. Zimmer will nicht lange in der "Warteschleife" hängen bleiben; er hofft, dass im Frühjahr mit dem Neubau begonnen wird. Das Wirtschaftsministerium, so teilte er mit, habe bereits einen Zuschuss von 35000 Euro für die Planung des Zentrums für Jung und Alt gewährt. Diese Fördermittel müssten aber bis November abgerufen werden.

SPD-Chef Dreistadt sagte Zimmer seine Unterstützung zu und kündigte an, eine Sondersitzung des Bauausschusses zu beantragen. Und auch der Ortsrat Dorf im Warndt drückt aufs Tempo: Einstimmig beantragte er, dass die Gemeinde Großrosseln den Kindergarten mit der integrierten Nachmittagsbetreuung bauen soll.

Hintergrund

Die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter (StWB) wurde 1949 von der französischen Régie des Mines gegründet. Sie hat inzwischen knapp 2000 Werkswohnungen der Deutschen Steinkohle AG übernommen, die die StWB Wohnen GmbH bewirtschaftet, eine Stiftungs-Tochterfirma.

Die Siedlung in Dorf im Warndt wurde 1964 errichtet, um Wohnraum zu schaffen für die Mitarbeiter des damals neuen Bergwerks Warndt. Nach der Gruben-Schließung sank zunächst die Nachfrage nach Wohnungen in der Siedlung. dd