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Nachhilfe im Fach Ernährung

Saarbrücken. "Ernährung ist eine Kulturtechnik, die erlernt werden muss", sagt Christoph Bier von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Saarland. Was läge da näher, als das Thema Ernährung auch in der Schule voranzutreiben Von SZ-Redaktionsmitglied Dennis Klammer

Saarbrücken. "Ernährung ist eine Kulturtechnik, die erlernt werden muss", sagt Christoph Bier von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Saarland. Was läge da näher, als das Thema Ernährung auch in der Schule voranzutreiben. Daher findet am kommenden Donnerstag unter dem Motto "Wie lecker is' das denn?" der erste Tag der Schulverpflegung im Saarland statt, bei dem interessierte Schulen durch gezielte Aktionen näher an das Thema Essen und Trinken in der Schule herangeführt werden sollen. Von saarländischen Grund- über Gesamt- und Förderschulen bis hin zu Gymnasien - die Resonanz sei "für eine erstmalige Sache gut", sagt Bier, dessen Vernetzungsstelle Schulverpflegung Saarland die Teilnehmer mit Materialien wie "nährstoffoptimierten Rezepten" oder Ernährungsplänen nach Vorbild der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ausstattet. Neben Lehrern, Nachmittagsbetreuern und Schülern sollen auch "Speiseanbieter aus dem Saarland unterstützt werden, die ihr Angebot verbessern möchten", erklärt Ernährungsexperte Bier. Auch einige Ministerien beteiligen sich am Tag der Schulverpflegung (siehe Infokasten).Über 12 000 der 96 000 Schüler im Saarland nehmen das von der Schule angebotene Essen in der Mittagspause ein, sagt Christoph Bier. Vor allem Schüler von Ganztagsschulen, die 91 Prozent der 300 allgemeinbildenden Schulen im Saarland ausmachen, würden von dem Angebot profitieren. Bei Gymnasiasten hingegen sei Zahl der Mittagesser deutlich niedriger. Der Grund liege hier vor allem an der kurzen Zeit zwischen der sechsten und siebten Unterrichtsstunde. "Mitunter haben die Schüler nur 15 Minuten Zeit", sagt er. "In Ganztagsschulen haben die Schüler 60 Minuten für ihr Mittagessen." Versorgt werden die 12 000 Schüler von rund 80 regionalen Speisenanbietern wie Caterer oder Restaurants - eine bewusste Entscheidung gegen einen überregionalen Großcaterer, sagt Bier. "In Berlin würde das vermutlich ein Großcaterer übernehmen", schätzt er. "Es ist eine Entscheidung, um die Wertschöpfung in der Region zu halten."



Es liegt nahe, dass sich das auch auf die Kosten niederschlägt. 2,94 Euro koste eine Mittagsmahlzeit für Schüler durchschnittlich im Saarland. Zum Vergleich: Bundesweit liege der Preis bei 2,43 Euro. "Den Preis bestimmt im Bereich der Freiwilligen Ganztagsschule der jeweilige Maßnahmeträger und im Bereich der Gebundenen Ganztagsschule der zuständige Schulträger", erklärt Erik Harms-Immand vom Bildungsministerium nüchtern. Dieser Preis sei jedoch immer noch recht niedrig, sagt Christoph Bier. "Es wird auf jeden Fall nicht an der Qualität gespart." Und das ist es, worauf es ankommt. "Schulverpflegung muss nicht nur satt machen, sondern auch Spaß machen, nahrhaft und lecker sein." Wie das genau geht, soll am Donnerstag gezeigt werden.

Auf einen Blick

Auch Minister sind am Donnerstag für eine gesunde Ernährung im Einsatz. So besucht Umweltministerin Simone Peter (Grüne) das Max-Planck-Gymnasium in Saarlouis und bereitet in der Ruth-Schaumann-Schule in Lebach einen Fruchtsalat zu. Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) hält mit der "Fit mit Milch"-Projektleiterin der Saarlandfrauen, Judith Giese, eine Unterrichtsstunde in einer vierten Klasse der Grundschule Dellengarten. dkl