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Kommentar
Mut lässt sich nicht einklagen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Mag sein, es gäbe einen noch prominenteren Ort in der Hütte für das Zwangsarbeiter-Mahnmal, und ja, der Weltkulturerbe-Chef, der bereits seit fast 20 Jahren im Amt ist, hat sich provozierend lange Zeit mit der Aufarbeitung der NS-Zeit gelassen. Von Cathrin Elss-Seringhaus
Cathrin Elss-Seringhaus

Selbst das persönliche Engagement der Familie Röchling lässt sich als Selbstverständlichkeit klein reden: „Schuldige“ müssen eben blechen? Nichts wäre trauriger, flammten jetzt, im Moment des späten Durchbruchs für eine Hütten-Erinnerungskultur, alte Ressentiments und Grabenkämpfe wieder auf. Es ist Zeit für eine Zäsur, für Anerkennung und Respekt. Denn er lässt sich nun mal nicht einklagen, der Mut, imageschädigende Flecken auf einem Firmennamen zuzulassen, auch auf Empathie für die Opfer und Versöhnungsgesten hat die Gesellschaft keinen Rechtsanspruch. Von all dem zeugt die Familien-Beteiligung am Völklinger Vorhaben. Man muss nicht dankbar sein, aber froh.